Kleindenkmale Dittwar

Dittwar (Dibber) ist ein Ortsteil von Tauberbischofsheim (Büscheme) und liegt ca 5km südwestlich von Büscheme im Muckbachtal. Auf Dittwarer Gemarkung gibt es zahlreiche Kleindenkmale. Hier sind sie. Mehr Fotos von ihnen kann man sich auch noch hier anschauen: https://photos.app.goo.gl/0f2hNmzpgTc5kp6V2

Der Heimat- und Kulturverein Dittwar (HKV Dittwar) hat 2017 ein 30-seitiges Buch über seine „Flurdenkmäler in Dittwar“herausgebracht. Es kann über die Homepage des HKV bestellt werden.

Nr. 01 – Kreuzigung Michel Linck
Nr. 02 – Kreuzigung Peter Eck
Nr. 03 – Kreuz in Hausmauer
Nr. 04 – Hegeleins-Kreuz
Nr. 05 – Metzgersbild
Nr. 06 – Kreuzigungsbildstock 1614
Nr. 07 – Schwedenkreuz
Nr. 08 – Caspar Hefners 16.. Kreuzigungsbildstock
Nr. 09 – Ruh Christi
Nr. 10 – Das Steigweg-Bild
Nr. 11 – Both 1732 an der Staach
Nr. 12 – Marienbild 1742
Nr. 13 – Wetterkreuz
Nr. 14 – Kreuzigungsbildstock an den Steinigen Äckern
Nr. 15 – Maria mit Kind
Nr. 16 – Pieta Haus Maninger
Nr. 17 – Blutsbild
Nr. 18 – Heilige Familie von 1782 im Dittwarer Mittelort
Nr. 19 – Marienkrönung
Nr. 20 – Wegkreuz an den Krautgärten
Nr. 21 – Pieta im Brenne-Hölzle
Nr. 22 – Pieta im Ort
Nr. 23 – Figur Hl. Antonius
Nr. 24 – Das Herz-Jesu-Bild am Königheimer Weg
Nr. 25 – Herz-Mariä-Bild
Nr. 26 – Josephsbild
Nr. 27 – Weißes Kreuz Gissigheimer Weg
Nr. 28 – Holzkreuz
Nr. 29 – Kruzifix im Kreuzhölzle (Station 12)
Nr. 30 – Friedhofskreuz
Nr. 31 – Unbekannter Bildstock ohne Oberteil
Nr. 32 – Kreuzwegstationen
Nr. 33 – Lourdes Grotte
Nr. 34 – Nepomuk
Nr. 35 – Marienstatue im Ort
Nr. 36 – Laurentiusstatue an der Kirche
Nr. 37 – Hl.Familie nahe Dittw. Bahnhof
Nr. 38 – Holzkreuz Pfr.Weber-Haus
Nr. 39 – Kriegerdenkmal
Nr. 40 – Pieta in Wand Kapelle Kreuzhölzle
Nr. 41 – Wegweiser beim Weißen Kreuz
Nr. 42 – Dreimärker Dittwarer Höhe
Nr. 43 – Dreimärker bei Hof Schwarzfeld
Nr. 44 – Dreimärker Richtung Gissigheim
Nr. 45 – Dreimärker an Autobahn 1846
Nr. 46 – Nr. 99 – Grenzsteine

TBB-DITTW01

Kleindenkmal Nr. 01 (Dittwar):
Der Rest von Michel Links Bildstock (16. Jhd.) in Dittwar

Standort: 49°35’25.2″N 9°38’01.9″E

Vom Bildstock aus rotem Buntsandstein ist noch Bildteil und oberes Stammende vorhanden. Stamm und Oberteil scheinen aus einem Stück gefertigt. Dies ist ungewöhnlich und kommt höchstens bei wenigen der ältesten Bildstöcke (16. Jhd.) r. Dieser Bildstockrest findet sich heute in die Außenwand eines Hauses eingemauert in der Gissigheimer Straße in Dittwar bei der Abzweigung des Schulwegs auf den Geißberg. Es könnte sich durchaus ungefähr um seinen Originalstandort handeln. Weder Cucuel & Eckert noch Kolb erwähnen den Bildstock, so dass er vermutlich frühstens Anfang der 1950er Jahre hier (wieder)errichtet wurde.

In seiner Form ist der Bildstock typisch fürs 16. Jahrhundert: Der breite, vermutlich vierkantige und vorne an den Kanten leicht abgefaste Stamm verbreitert sich an seinem oberen Ende um wenige Zentimeter, um dann nahtlos in das Oberteil überzugehen. Das Oberteil präsentiert in einer sehr flachen, ca nur 2cm tiefen Nische das für die Zeit typische Halbrelief: Jesus am Kreuz, hier ohne Assistenzfiguren und in seiner Gesamtform eher grobschlächtig gefertigt. Am oberen Ende des Kreuzreliefs ist auf dem Kreuzstamm INR eingekerbt. Die Bildnische wird nach oben hin vom üblichen Satteldach abgeschlossen, dessen Seitenflächen bei diesem Bildstock leicht konkav eingeschwungen sind. Im Giebel des Satteldachs findet sich vorne das noch ziemlich gut zu erkennende Steinmetzzeichen.
Auf dem Stamm beginnt ganz oben die Stifterinschrift:

159X
MICHEL
LINCH

Die letzte Ziffer der Jahreszahl sieht wie ein X aus, dessen beide oberen Enden jedoch noch mit einem Querbalken verbunden sind. Es könnte sich um eine unsauber eingehauene 7 oder aber auch um eine nach unten offene 8 als alte Schreibweise für die Zahl 4 handeln. Die dritte Zahl erscheint auf den ersten Blick vermeintlich eindeutig als 9. Bei genauerer Betrachtung könnte es aber auch eine 2 sein. Maninger (s.u.) liest die Jahreszahl so auch „1524“. Möglich wäre aber eben auch „1594“ oder (unwahrscheinlicher) „1527“ bzw. „1597“.

Für 1594 spricht, dass aus jenem Zeitraum noch einige weitere, ähnliche Bildstöcke erhalten sind. Auch in Dittwar findet sich ein weiterer, ebenfalls monolithischer Buntsandstein-Bildstock mit Kreuzigungsrelief aus nahezu derselben Zeit (1592; Kleindenkmal Nr. 02 (Dittwar): https://photos.app.goo.gl/mSkvfNgJk5sgyYGN9 ). Es war nicht ungewöhnlich, dass eine Bildstock-Setzung in einem Ort auch andere Einwohner ermunterte, kurz drauf selbst einen Bildstock errichten zu lassen. Sofern es sich beim heutigen Standort noch ungefähr um den Originalstandort handelt, könnte auch dieser ein Hinweis darauf sein, dass der Bildstock ähnlich als wie der andere ist: Der 1592er-Bildstock (Nr.02, s.o.) steht am Ortsausgang Richtung Bischofsheim bzw. Hof Steinbach, dieser ungefähr am Ortsausgang Richtung Gissigheim. Ähnliche Bildstöcke an den Ortsausgängen finden sich immer wieder in anderen Dörfern der Gegend.

Würde der Bildstock tatsächlich aus dem Jahre 1524 stammen, so wäre er einer der extrem wenigen Bildstöcke aus der ersten Hälfte des 16. Jhd., die noch existieren. Sofern es sich bei der letzten Zahl aber tatsächlich um eine 4 in der alten Schreibweise einer nach unten offenen 8 handelt, könnte dies auf ein solch außergewöhnlich hohes Alter hinweisen. (vgl. z.B. das Sühnekreuz im Taubental aus dem Jahre 1491: https://photos.app.goo.gl/xHfi3edDdEnzi4UD2).

Beim Nachnamen LINCH ist das N spiegelverkehrt, was auf vielen Bildstöcken aus jenem Zeitraum so zu finden ist. Der Stifter würde heute sicherlich Michael Link heißen, da dieser Nachname in Dittwar sehr geläufig ist.
Nach dem Nachnamen könnten noch weitere Inschriftenzeilen gefolgt haben, die jedoch nur noch zu erahnen sind oder womöglich sogar bloss Überrreste von Einkerbungen späterer Jahrhunderte darstellen.

Der Stiftername könnte freilich weiterhelfen, die Jahreszahl korrekt zu interpretieren: In der Dittwarer Ortschronik und in der Festschrift zum 300jährigen Kreuzhölzle-Jubiläum (s.u.) sind einige Namenslisten Dittwarer Einwohner aus jenem Zeitraum wiedergegeben:
a) 1502 wird im Zinsbuch für Willetzheim (abgegangene Ortschaft nahe Dittwar beim Heidenkessel) zwar ein Peter Link, jedoch kein Michel Link erwähnt.
b) Zwischen 1556 und 1586 kommt im Bischofsheimer Kontraktenbuch ein Veith Link, aber wieder kein Michel Link vor.
c) 1578 ist in der Dittwarer Türkensteuerliste erneut Veith Link (118 Gulden Vermögen) und zusätzlich ein Wilhelm Link (133 Gulden) aufgezählt. Mich(a)el Link nicht. Die beiden genannten hatten laut Liste ein eher geringes Vermögen. Einen Bildstock hätte man damit kaum finanzieren wollen.
d) 1619 wurde eine Liste der wehrfähigen Jungmänner und Männer aus Dittwar angelegt. Hier ist tatsächlich ein Michel Link genannt.
e) Von 1669 schließlich existiert eine Liste der Dittwarer Zinszahler an das Juliusspital Würzburg. Auch hier wird ein Michel Link aufgezählt.

Die Aktenlage ist also unklar. Der oben erwähnte Michel Link muss nicht der Stifter sein, der Name dürfte in Dittwar nicht ungewöhnlich gewesen sein. Und dass in den beiden ältesten Listen der Name nicht vorkommt, heißt ja noch nicht, dass es damals eine Person mit jenem Namen nicht gegeben hat. Sofern der Stifter der im Jahre 1619 als wehrfähig eingestufte Mann war (vgl. d),  wäre er aus einem relativ armen Elternhaus (vgl. c) gekommen und hätte relativ schnell ein gewisses Vermögen anhäufen müssen, um in jungen Jahren bereits einen teuren Bildstock stiften zu können.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  • Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 1
  • Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 1


TBB-DITTW02

Kleindenkmal Nr. 02 (Dittwar):
Bildstock von 1592 am Dittwarer Ortseingang (von TBB)

Standort: 49°35’27.3″N 9°38’32.1″E

Der Bildstock stammt aus dem Jahr 1592 und zählt damit zu den ältesten Bildstöcken der Gegend. Nur sehr wenige Bildstöcke sind noch älter. Der Buntsandsteinbildstock ist in Form und Motiv typisch für die regionalen Bildstöcke aus der Zeitspanne Ende 16./ Anfang 17. Jahrhundert: Im Bildstockoberteil, welches nach oben hin mit der charakteristischen, spitz zulaufenden Eselsrückenform abschließt, ist ein Kreuzigungsrelief ohne Assistenzfiguren zu erkennen. Eher untypisch ist, dass das Oberteil auch nach unten hin spitz zuläuft, quasi gespiegelt zur oberen Hälfte und somit 6-eckige Form andeutet.

Die Abmessungen des Bildstocks betragen: H: 152cm, Stammbreite: 26,5cm, Inschriftenhöhe: 3,3cm

Inschrift auf dem Bildstock:

Direkt im Bildstockoberteil findet sich die Jahreszahl, hälftig jeweils links und rechts vom Gekreuzigten:

15 92

Die eigentliche Inschrift folgt dann auf der Stammvorderseite:

GOT DEM HERRN
ZU LOB UND EHR
AUFFGERICHT
DEN ERSAME PE
TER ECK ZU DIT
BER DEM GOT GE
NEDIG SEI UND
UNS ALLEN AM


Z0 APRILIS

Also sinngemäß:

„Gott dem Herrn zu Lob und Ehr [hat diesen Bildstock] aufgerichtet der ehrsame Peter Eck von Dittwar, [damit] Gott ihm und uns allen gnädig sei, am 20. April.“

„Ditber“ erinnert schon stark ans heute mundartliche „Dib(b)er“.

Der Bildstock steht noch ungefähr am Originalstandort: Vor dem Bau der L578 als Ortsumgehungsstraße stand er wenige Meter weiter östlich an der Muckbachbrücke, über welche die Abzweigung von der Talstraße (die damals in nördlicher Richtung die Straße nach TBB war) hoch nach Hof Steinbach führte.

Der Stifter, Peter Eck, wird in der Dittwarer Türkensteuerliste von 1578 genannt. Demnach hatte er damals ein geschätztes Gesamtvermögen von 318 Gulden. Damit bewegte er sich damals in Dittwar im oberen Mittelfeld, war also in der Dorfgemeinschaft eher wohlhabend. Es gab damals viele Dittwarer Familien mit weniger als 100 Gulden, aber auch ein paar mit einem Vermögen zwischen 800 und knapp 1000 Gulden. Türkensteuer war ab einem geschätzten Vermögen von 100 Gulden zu zahlen.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr.2

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 2

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 8

  4. Ernst Cucuel und Hermann Eckert, „Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. 1. Band: Wertheim – Tauberbischofsheim“, Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1969 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage: Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); dort: S.143 (Nr. 362)


TBB-DITTW03

Kleindenkmal Nr. 03 (Dittwar):
Kreuzigungsmotiv 16. Jhd. in einer Hauswand

Standort: 49°35’25.7″N 9°38’21.2″E

Das Bildstockoberteil aus der 2. Hälfte des 16. Jhd. ist in die Rückwand des Gebäudes Talstr. 15 zum Götzenberg hin eingelassen. Keine Inschrift zu erkennen.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort bei Nr. 9

 

TBB-DITTW04

Kleindenkmal Nr. 04 (Dittwar):
Das „Hegeleins-Kreuz“ (1607)

Standort: 49°34’28.0″N 9°36’42.5″E

Das „Hegeleins-Kreuz“ bzw. „Hägeleins-Kreuz“ steht im Eisgrund, ca. 200m ortsauswärts vom „Hegeleinsbrückchen“ entfernt direkt an der rechten Kante des Grabens. Bei Losch und Maninger war es noch tief in den Boden eingesunken (vgl. auch entsprechendes Foto auf suehnekreuz.de; s.u.). Mittlerweile wurde es wieder freigelegt und nahezu am Originalstandort (bei Losch stand es noch 5m vom Weg entfernt) neu gesetzt. Kopf und Arme des Kreuzes sind auffallend kurz, der Längsbalken betont breit. Die Maße des Buntsandsteinkreuzes betragen: H ca.125 cm, B 62, T 19, HK 18, LA 18, AK 27, AA 18.

Inschrift auf dem Kreuz:

ZVGETECKNVSZHANS

LANGENBERGER 1607

AVFDERSTR

ASDAS LEBEN

GELASEN

Also:

Zum Gedächtnis (an) Hans

Langenberger 1607 –

Auf der Stras-

se das Leben

gelassen

Nach einer alten Sage ist obiges Kreuz das erste von zwei miteiander zusammen hängenden „Schwedenkreuzen“, auch wenn die Inschriften (unterschiedliche Namen und Jahreszahlen) diese Erzählung klar widerlegen:

Die Dittwarer Sage der „Schwedenkreuze“:

(…) Natürlich werden die Kreuzinschriften, die meistens von einem Unglücksfall berichten, großenteils von der mündlichen Überlieferung aufgegriffen; teilweise werden sie auch ausgeschmückt (…), oder bekannte Steinkreuzsagen werden mit ihnen verknüpft (…)

Dittwar Krs. Tauber­bischofsheim: zwei „Schwedenkreuze“ mit Inschrift und den Jahreszahlen 1607 und 1644 erinnern an einen Bauern, der am Platz des einen Kreuzes beim „Zackern“ von den Schweden überrascht wurde, die Flucht ergriff, aber im Pflugeisen hängenblieb und nur noch bis auf den „Rammersberg“ kam, wo er von den Schweden eingeholt und umgebracht wurde. Dort steht das zweite Kreuz, in dessen Inschrift es heißt: „… Hans Weber von den Soldaten ersosen worden“. – Die kaum mehr lesbare Inschrift des erstgenannten Kreuzes berichtet vom Tod eines andern, wird jedoch von der Erzählung übergangen wie auch die Verschiedenheit der Jahreszahlen). (…)

Quelle: suehnekreuz.de (s.u.)

Das zweite der zwei „Schwedenkreuze“, welches im Gegensatz zu obigem auch tatsächlich ein solches sein könnte, ist „Kleindenkmal Nr. 7 (Dittwar)“: https://goo.gl/maps/t9HPNL3qdL346TpVA

Auch ohne einen Zusammenhang zwischen jenen beiden Kreuzen herstellen zu wollen, kann Hans Langenberger, der am Standort des „Hegeleins-Kreuzes“ verstorben ist, worauf ja die Inschrift hinweist, hier nicht von den Schweden ermordert worden sein, denn 1607 hatte der 30jährige Krieg (1618-48) ja noch gar nicht begonnen.

Ein Arbeitsunfall (zB unter den Pflug gekommen) oder plötzliche Erkrankung (zB Schlaganfall) liegen nahe, womöglich aber doch auch (Raub-)Mord. Ein natürlicher Tod aufgrund hohen Alters wäre aber auch möglich, denn im Kontraktenbuch (1556 – 1586; vgl. Literatur 1., S.45) wird er zwar nicht erwähnt, dafür ist aber in der Dittwarer Türkensteuerliste von 1578 (vgl. Literatur 1, S.45) ein Hanns Langenberger mit einem Vermögen von 88 Gulden gelistet. Da in diese Schätzung Hof/Haus, Grundstück, Hab und Gut einflossen, war er ein eher armer Mann. Erst ab 100 Gulden Vermögen musste man Türkensteuer abtreten. Das Vermögen wohlhabenderer Dittwarer wurde mit 600 bis gar 943 Gulden geschätzt.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 04

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 04

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 5

  4. Bernhard Losch, „Sühne und Gedenken – Steinkreuze in Baden-Württemberg“, Stuttgart: Kommissionsverlag Konrad Theiss 1981; dort: S. 109, Nr. „Tauberbischofsheim XIII“

  5. Ernst Cucuel und Hermann Eckert, „Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. 1. Band: Wertheim – Tauberbischofsheim“, Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1969 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage: Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); dort: S. 147 (Nr. 381)

  6. suehnekreuz.de: a) http://www.suehnekreuz.de/geschichte22.html ,
    b)
    http://suehnekreuz.de/bw/dittwar.htm


TBB-DITTW05

Kleindenkmal Nr. 05 (Dittwar):
Der außergewöhnliche ‚Metzgerstein‘ (1608) am Anfang des Gissigheimer Pfades

Standort: 49°36’07.9″N 9°38’17.3″E

Der Metzgerstein steht hinter dem Dittwarer Bahnhof, rechts vom Wieselweg, wenige Meter nachdem dieser in die Büschemer Tannen eingetreten ist: Hier zweigt vom Wieselweg der schmale Gissigheimer Pfad, ein Fußweg, ab und zieht sich dann rechts vom sagenumwobenen Mangersgraben, der ihn fortan mit immer steiler werdenden Gefälle vom Wieselweg trennt, steil den Berg hoch. Kurz nach der Abzweigung, am Anfang des Gissigheimer Pfads steht linksseitig direkt am Pfad das Metzgersbild (Metzgerstein). Der Bildstock steht damit eigentlich noch auf Tauberbischofsheimer Gemarkung; er wird hier auch bei den Dittwarer Kleindenkmalen gelistet, da er sowohl von Maninger als auch von Kolb Dittwar zugerechnet wurde.

Der Metzgerstein ist ein sehr großer und hinsichtlich der umfangreichen, ausschweifenden Inschrift (der ursprünglich für eine Inschrift wohl vorgesehene Platz reichte offenbar bei Weitem nicht aus…) und des Doppelbildes (s.u.) außergewöhnlicher Bildstock.

Wie die Inschrift (s.u.) verrät, hat der (Tauber)bischofsheimer Metzger Jörg Weimer den Bildstock 1608 Gott zum Dank dafür errichten lassen, dass er so oft -wohl zusammen mit in Gissigheim oder Dittwar aufgekauftem Schlachtvieh (vgl. Relief)- unversehrt diesen steilen Weg vom Wieselberg heruntergekommen ist.

Inschrift auf dem Bildstock:

ICH IÖRG WEIMER BUR=
GER UND MEZIGER ZU
BISCHOFSHEIM HAT DIS
BILT GOT ZU LOB UNDT
EHR DA HER MACHEN
LASEN DIE WEIL IM GOT
MIT GESUNTHEM LEIB_
SO OFT UBER DEN BER
AUS UND EIN HAT GEHOL
FEN GOT WOL IM UND

DEN SEINIGEN UNDT
ALEN FROMEN MET=
ZIGERN WEITER UND
LENGER GENADT VERL=
EIHEN DURCH IESUM
CHRISTUM AMEN
1608

Also sinngemäß:
Ich, Jörg Weimer, Bürger und Metzger zu Bischofsheim, habe dieses Bild Gott zu Lob und Ehre hier errichten lassen, weil mir Gott so oft geholfen hat, mit gesundem Leib über den Berg zu kommen. Gott möge ihm und den Seinigen und allen frommen Metzgern weiterhin und länger Gnade verleihen durch Jesus Christus, Amen. 1608

Das eigentliche Bildstockoberteil des imposanten Buntsandsteinbildstocks (Höhe: ca. 280cm, Stammbreite: ca. 40cm) zeigt unter einem runden Dach ein klassisches Kreuzigungsrelief mit Maria und Johannes unter dem Kreuz stehend. Maria schaut zu Jesus hinauf, Johannes hat den Kopf mit zum Gebet gefalteten Händen zum Boden gesenkt. Die Gesichter sind fein herausgearbeitet, eindrucksvoller als bei den meisten anderen Bildstockreliefs aus der Zeit Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert.
Auf beiden Seitenflächen des Oberteils jeweils ein Engelskopf mit langgezogenen Flügeln (Seraphim). Das Oberteil schließt nach unten mit einem flachen Zwischensockel ab. Darunter folgt ein weiteres Zwischenstück, welches schließlich auf dem Bildstockstamm sitzt und mit seinen schneckenförmig nach oben aufschwingenden Seitenrändern den Übergang von der Breite des Stamms zum eigentlichen Oberteil herstellt. Auf den Außenseiten dieser beiden Randschnecken findet sich jeweils ein weiterer Engelskopf, etwas größer als der jeweils darüber befindliche auf dem Oberteil. Die Vorderfläche dieses Zwischenstücks zeigt das zweite zentrale Motiv des Bildstocks, welches ihn zu einem Unikat macht: Zu sehen ist ein bärtiger Mann mit Zylinder –offenbar der Stifter-, der ein Kalb nach links wegführt. Hinter den beiden folgt noch ein Hund (oder ein Lamm). Rechts vom Stifter, noch ein flaches Wappenrelief, in welchem neben den Initialen des Stifters (J W) zentral noch ein Symbol zu erkennen ist, das an einen umgedrehten Stiefel erinnert, vermutlich aber ein Metzgerbeil darstellen soll.

Unter dem Metzgersbild beginnt dann ganz oben am Stamm gleich die Inschrift. Der erste Teil der Inschrift (bis „FEN GOT WOL IM UND“) passte dabei noch ins dafür vorgesehene, quadratische Inschriftenfeld, der Rest setzt sich dann darunter auf dem Stamm fort.


Der Gissigheimer Pfad und der Mangersgraben:

Der Gissigheimer Pfad wurde Jahrhunderte lang von den Bewohnern Gissigheims und Dittwars als Fußweg ins Brehmbachtal und weiter nach Tauberbischofsheim benutzt. Das Teilstück zwischen Gissigheim und Dittwarer Bahnhof wurde mittlerweile wieder vollständig begehbar gemacht und beschildert („Gissigheimer Pfad“). Das Anfangsstück am Dittwarer Bahnhof zieht sich unmittelbar rechts vom sagenumwobenen Mangersgraben ziemlich steil hoch auf den Wieselberg. Der Mangersgraben muss früher noch erheblich tiefer (bis zu 42m) gewesen sein, er wurde erst im letzten Jahrhundert bis zum heutigen Zustand aufgeschüttet. Nach Dittwarer Ortschronik sollen in ihm viele böse Geister gehaust haben. Manger selbst sei ein bekannter Gissigheimer Bösewicht gewesen, der selbst nach seinem Tod noch die Gissigheimer plagte. Schließlich verbannte der Bischof den bösen Geist in einen Krug, den der Gissigheimer Dorfpfarrer dann in den tiefsten Graben weit und breit –den Mangersgraben- warf.

Womöglich galt der Graben ja schon zu Jörg Weimers Zeiten als unheimlicher Ort und bereitete dem Metzger bei jeder Passage so viel Angst, dass er schließlich den prächtigen Bildstock errichten ließ.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 5

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 5

  3. Bernhard Losch, „Sühne und Gedenken – Steinkreuze in Baden-Württemberg“, Stuttgart: Kommissionsverlag Konrad Theiss 1981; dort: S. 109, Nr. „Tauberbischofsheim XII“

  4. Karl Kolb, „Bildstöcke im Taubertal“, Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952; dort: S. 16 (Nr. 51)

  5. Ernst Cucuel und Hermann Eckert, „Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. 1. Band: Wertheim – Tauberbischofsheim“, Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1969 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage: Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); dort: S.147 (Nr. 382)

 

TBB-DITTW06

Kleindenkmal Nr. 06 (Dittwar):
Kreuzigungs-Bildstock von 1614 – ein Spätwerk des Laudaer Meisters

Standort: 49°35’17.1″N 9°38’15.9″E

Der Bildstock zeigt in einer flachen und mit einem Kreuz bekrönten, rechteckigen Nische die Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes unter dem Kreuz stehend.

Auf dem Bildstockstamm dann die Inschrift:

ANNO DOM

1614 IAR

HAT WENN

DEL SCHMI

DT VND SE

IN HAVS FRA

VWE MARGARET

Gott ZU LoB VND

EHR DIS BIL

SETZEN HE

R AMEN

Also sinngemäß:
„Anno Domini 1614 hat Wendel(l) Schmidt und seine Hausfrau Margaret Gott zu Lob und Ehr dies Bild setzen (lassen) hier. Amen.“

Der Bildstock ist 216cm hoch und hat 26cm Stammbreite. Die Buchstaben der Inschrift sind ca. 4cm hoch.

In der Liste der wehrfähigen Dittwarer Jungmänner und Männer aus dem Jahre 1619 ist der Stifter womöglich genannt: Dort wird ein „Wendel Schmidt der Jung“ als wehrfähig eingestuft. Da er als „der Jung“ spezifiziert wird, hat sein Vater also aber vermutlich ebenso geheißen. Da in der Dittwarer Türkensteuerliste von 1578 noch kein Schmidt oder Schmitt auftaucht, dürften sich die Schmidts also erst nach 1578 in Dittwar angesiedelt und schon wenig später den Bildstock gestiftet haben.

Laut Kolb (s.u.) wurde der Bildstock vom sogenannten Laudaer Meister angefertigt, einem Bildhauer, der wohl aus Lauda stammte (dort finden sich die meisten seiner Werke) und um 1600 herum zahlreiche Arbeiten anfertigte. Insb. auch deshalb, weil von ihm außerdem eine Grabplatte in der Friedhofskapelle Lauda (Liebfrauenkapelle) und die Wappen am Rathaus und am Haus Hellinger stammen, liegt die Vermutung nahe, dass er in Lauda lebte.

Vor allem schien er sich dabei auf Kruzifixe (Steinkreuze mit dem Gekreuzigten) spezialisiert zu haben, von denen heute noch acht erhalten sind.

Bildstöcke des Laudaer Meisters sind dagegen nur noch zwei bekannt, nämlich neben obigem in Dittwar noch einer aus dem Jahre 1594 in Dittigheim. Beide Bildstöcke zeigen -wie seine Kreuze- ebenfalls wieder den Gekreuzigten – der Laudaer Meister hatte also ein eindeutiges Lieblingsmotiv, auf welches er sich klar spezialisiert hatte.

Bei dem obigen Bildstock aus dem Jahre 1614 handelt es sich um einSpätwerk des Laudaer Meisters: Die ersten heute noch erhaltenen Werke von ihm sind aufs Jahr 1581 datiert. Der Laudaer Meister hat also mindestens 33 Jahre lang als Bildhauer gearbeitet – ein beachtlich lange Zeit, wenn man bedenkt, dass die meisten Steinmetze, Steinhauer und Bildhauer früher ziemlich jung (oftmals Mitte 40) von ihrer klassischen Berufskrankheit Staublunge dahingerafft wurden.

Das charakteristische Steinmetzzeichen des Laudaer Meisters  (vgl. https://photos.app.goo.gl/zRBNF2kkB89N2CMd2)  ist heute leider nicht mehr auf obigem Bildstock zu erkennen – es ist vermutlich unter der dicken Schicht Ölfarbe verschwunden, mit der der Bildstock heute glasiert ist.

Alle 10 heute noch erhaltenen, vom Laudaer Meister gefertigten Kleindenkmale gibt es hier zu sehen:
https://photos.app.goo.gl/ypHRQjOlqGAtbUeB3

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 6

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 6

  3. Karl Kolb, „Bildstöcke im Taubertal“, Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952; dort: S. 12 (Nr. 17 )

  4. Ernst Cucuel und Hermann Eckert, „Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. 1. Band: Wertheim – Tauberbischofsheim“, Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1969 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage: Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); dort: S. 149 (Nr. 390)

 

TBB-DITTW07

Kleindenkmal Nr. 07 (Dittwar):
Das Dittwarer „Schwedenkreuz“ (1644)

Standort: 49°35’28.5″N 9°37’20.8″E

Das „Schwedenkreuz“ steht links vom Waldweg, der außerhalb des Räumersberg-Steinbruchs in den Förstleinswald führt. Maninger (1983, s.u.) berichtet, dass es beim Wegbau im Zuge der Flurbereinigung renoviert und wohl ungefähr am Originalstandort wieder aufgestellt wurde. Den gibt Maninger (1968, s.u.) so an: „(…) 5Meter links vom Waldweg, der oberhalb des Steinbruchs vom Förstleins-Weg links abzweigt (…)“.

Die Abmessungen des Buntsandsteinkreuzes betragen: H 120cm, B 83,5cm, T 18cm.

Die Inschrift befindet sich mittig auf dem Querbalken des Kreuzes:

1644 IST HANS

WEBER SIMONS SOHN

DES GERICHS VON DEN

SOLDATEN ERSOSEN

WORDEN


Auf dem Kreuz wurden in späteren Zeiten neben der schwarz nachgemalten, eigentlichen Inschrift noch zahlreiche, weitere Einkerbungen vorgenommen – nahezu auf allen verfügbaren Seiten. Das meiste davon ist aber nicht (mehr) zu entziffern.


Nach einer alten Sage ist obiges Kreuz das zweite von zwei miteiander zusammen hängenden „Schwedenkreuzen“, auch wenn die Inschriften (unterschiedliche Namen und Jahreszahlen) diese Erzählung klar widerlegen:

Die Dittwarer Sage der „Schwedenkreuze“:
(…) Natürlich werden die Kreuzinschriften, die meistens von einem Unglücksfall berichten, großenteils von der mündlichen Überlieferung aufgegriffen; teilweise werden sie auch ausgeschmückt (…), oder bekannte Steinkreuzsagen werden mit ihnen verknüpft (…)
Dittwar Krs. Tauber¬bischofsheim: zwei „Schwedenkreuze“ mit Inschrift und den Jahreszahlen 1607 und 1644 erinnern an einen Bauern, der am Platz des einen Kreuzes beim „Zackern“ von den Schweden überrascht wurde, die Flucht ergriff, aber im Pflugeisen hängenblieb und nur noch bis auf den „Rammersberg“ kam, wo er von den Schweden eingeholt und umgebracht wurde. Dort steht das zweite Kreuz, in dessen Inschrift es heißt: „… Hans Weber von den Soldaten ersosen worden“. – Die kaum mehr lesbare Inschrift des erstgenannten Kreuzes berichtet vom Tod eines andern, wird jedoch von der Erzählung übergangen wie auch die Verschiedenheit der Jahreszahlen). (…)
Quelle: suehnekreuz.de (s.u.)

Das erste der zwei „Schwedenkreuze“, welches im Gegensatz zu obigem sicher kein solches ist, ist das „Hegeleins-Kreuz“, also „Kleindenkmal Nr. 4 (Dittwar)“:
https://goo.gl/maps/45WCfmYBZVehi5uP7


Auch wenn obige Sage insgesamt also sicherlich nicht der Realität entspricht, so dürfte das obige Dittwarer „Schwedenkreuz“ tatsächlich eines der wenigen wirklichen „Schwedenkreuze“ sein: 1644, in der Endphase des 30jährigen Krieges, wäre es möglich gewesen, dass schwedische Soldaten Dittwar heimgesucht haben könnten. Und die Inschrift beweist immerhin, dass der arme Hans Weber hier von Soldaten erschossen wurde.

Da Hans Weber auf der Inschrift mit dem Zusatz „Simons Sohn“ versehen wurde, könnte man aus heutiger Sicht annehmen, dass Hans noch ein Kind oder Jugendlicher war, als er erschossen wurde. Das dürfte aber ein Trugschluss sein. Solche Spezifizierungen waren früher üblich und in diesem Fall sogar dringend erforderlich, um Verwechslungen auszuschließen: Hans Weber war damals in Dittwar ein häufig vorkommender Name. So sind z.B. 1669, also 25 Jahre nach Hans Webers Ermordung, 5 (!) Personen mit diesem Namen als Dittwarer Zinszahler an das Juliusspital Würzburg gelistet (Dittwarer Ortschronik, s.u.): Hans Caspar Weber, Hanns Merten Weber, Hanns Weber Jörgen Sohn, Hanns Weber Berndts Sohn, Hanns Weber Stoffels Sohn.

Aufgrund dieser großen Verbreitung des Namens damals in Dittwar lässt sich nicht sicher sagen, ob der Hannß Weber, der 1619 in der Liste der wehrfähigen Dittwarer Männer genannt ist, der später Erschossene ist. Auch in der Türkensteuerliste von 1578 ist ein Hanns Weber mit einem nicht unbeträchtlichen Vermögen von 669 Gulden gelistet. Da in keiner dieser drei Listen aber ein Simon Weber zu finden ist, ist zu vermuten, dass dieser bereits vor 1578 gestorben ist. Der 1578 und 1619 genannte Hans Weber könnte demnach also der Ermordete sein. Er dürfte unter dieser Annahme dann zum Zeitpunkt seines Todes zwischen 40 und 80 Jahre alt gewesen sein.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 07

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 07

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 7

  4. Bernhard Losch, „Sühne und Gedenken – Steinkreuze in Baden-Württemberg“, Stuttgart: Kommissionsverlag Konrad Theiss 1981; dort: S. 109, Nr. „Tauberbischofsheim XII“

  5. Ernst Cucuel und Hermann Eckert, „Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. 1. Band: Wertheim – Tauberbischofsheim“, Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1969 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage: Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); dort: S. 157 (Nr. 422)

  6. suehnekreuz.de: a) http://www.suehnekreuz.de/geschichte22.html ,
    b)
    http://suehnekreuz.de/bw/dittwar.htm

TBB-DITTW08

Kleindenkmal Nr. 08 (Dittwar):
 Caspar Hefners Kreuzigungs-Bildstock am Gissigheimer Pfad (17. Jhd.)

Standort: 49°35’51.2″N 9°37’16.4″E

Der Bildstock wurde im 17. Jhd. von Caspar Hefner gestiftet und hat eine an ungewöhnlicher Stelle platzierte Inschrift: Rundherum am Rand des Kreuzigungsbildes, links unten beginnend. Sie lautet:

GOT ZU LOB UND ER AUCH ZU CHRIST / LICHER ANDACHT 
[HA]T DISE FIGUR AUF / RICHTEN LASEN CASPAR HEFNER 16(??)

Die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl sind abgesplittert.

Das Bildstockoberteil ist in Form (Eselsrücken mit Kreuzbekrönung) und Motiv (Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes unter dem Kreuz) beispielhaft für regionale Bildstöcke aus dem späten 16. bzw. frühen 17. Jahrhundert. Selbst mit seiner seltenen, um das Relief umlaufenden Inschrift erinnert er stark an einen Bildstock aus dem Jahre 1602, der in Lauda an der Biegung der Oberlaudaer Straße steht (vgl.: https://photos.app.goo.gl/FqtcmpJpVcgd7F6f1 ). Er dürfte daher ebenfalls aus dem frühen 17. Jhd. stammen.

Historische Einwohnerlisten in der Dittwarer Festchronik „300 Jahre Kreuzkapelle“ (s.u. Literaturangabe 1) untermauern diese Vermutung: In der Liste der Dittwarer „Zinszahler an das Juliusspital Würzburg 1669“ ist kein Caspar Hefner erwähnt, aber dafür ein Andreas Heffner (Nachfahre des Bildstockstifters?). Auch in der Liste der „wehrfähigen Dittwarer Jungmänner und Männer aus dem Jahr 1619“ ist er nicht erwähnt. Der einzige mit ähnlichem Nachnamen heißt hier Balthasar Haffner – der Sohn des Stifters? (Melchior – Caspar – Balthasar…).

Im „Kontraktenbuch aus der Zeit 1556 – 1586“ erscheint der Name Hefner/Hafner in Dittwar noch gar nicht, ebensowenig in der „Türkensteuerliste von 1578“. Es erscheint –unter Berücksichtigung der typischen Bildstockform- plausibel, dass der Stifter der erste Hefner/Hafner in Dittwar gewesen sein könnte. Womöglich hat er zu seinem „Einstand“ den Bildstock gestiftet? 1619 könnte er dann bereits zu alt (bzw. schon tot) gewesen sein, um noch wehrfähig zu sein. Freilich hätte er auch ein Nachfahre des Andreas Heffner sein können und damit erst in der zweiten Hälfte des 17. Jhd. gelebt haben. Dagegen spricht aber tendenziell die Bildstockform (s.o.).

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 8
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 8

Manfred Maninger gibt in 1 (1983) weitere Details: Der Bildstock steht an der Wegkreuzung Königheimer Weg und Oberer Ölkuchenweg.


TBB-DITTW09

Kleindenkmal Nr. 09 (Dittwar):
Die „Ruh Christi“am Kreuzweg ins Kreuzhölzle

Standort: 49°35’08.1″N 9°38’18.1″E

Die Freifigur „Ruh Christi“ ist eine seltene Variante des Kreuzschleppers, also Jesus, der mit dem Kreuz auf seiner Schulter die Sünden aus dem Dorf schleppt. In Dittwar darf er eine kleine Pause einlegen.

Die Skulptur wurde 1728 vom damaligen Verwalter des Bischofsheimer Hospitals, Johannes Carolus Sauer, gestiftet. Nachdem Sauers erste Frau Maria Sophia am 8. Januar 1710 verstorben war (ihr Grabstein mit Chronogramm findet sich heute am Nordwesteingang der Stadtkirche Tauberbischofsheim: https://photos.app.goo.gl/84qSEvya9VJmO7Og1), heiratete er am 17. August  1716 in Dittwar (!) Maria Elisbaeth, die Witwe des Berolzheimer Schultheißen Johann Michael Blesch. Im Jahr 1734 ist sein Verkauf von Wein an Weinhändler Bögner protokolliert. Johann Carl Sauer starb am 19. April 1737.

Spitalverwalter Sauer ließ die Ruh Christi am Beginn der Steigung zur Kapelle im Kreuzhölzle errichten, wo sie noch heute steht (zwischen der 4. und 5. Kreuzwegstation).

Zu dieser Zeit existierte hier allerdings noch kein Kreuzweg. Die originalen 14 Kreuzwegstationen kamen erst 19 Jahre später, 1747, durch Johann Carl Sauers Nachfolger als Spitalverwalter, Christoph Bernhard Müller, dazu. (Die heutigen Kreuzwegstationen stammen aus den Jahren 1867-72, siehe: https://goo.gl/maps/8Nh6JDB4YQjy4WzUA )

Inschrift auf dem Sockel unter einem bischöflichen Wappen:

JOH: CAROLUS SAUER

XENODOCHII EPISCOPIENSIS

AD TUBERA ADMINISTRATOR

1728

Joh. Carolus Sauer, Verwalter der Hospitals zu Bischofsheim an der Tauber, 1728.



Dittwarer Kreuzweg am Kreuzhölzle:

Der Kreuzweg mit seinen 14 Stationen soll mit seiner Länge von 1361 Schritten angeblich exakt die Länge des echten Kreuzwegs in Jerusalem haben.

Der erste Kreuzweg wurde hier im Jahre 1747 eingerichtet, nachdem das Kreuzhölzle bereits seit mehr als 50 Jahren ein immer populärerer Wallfahrtsort zu der Eiche mit den beiden Figuren .



Die Wallfahrt zum Dittwarer Kreuzhölzle:

Die Wallfahrt nahm ihren Ursprung in einem Winter in der harten Notzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48):

Anfang der Jahres 1669 findet das taubstumme, 14jährige Dittwarer Mädchen Anna Maria Krank beim Brennholz-Sammeln zusammen mit ihrem Bruder 2 kleine Heiligenfiguren (Maria und Hl. Johannes) in der Höhlung eines alten Eichbaumes. Die beiden Kinder nehmen die Figuren mit nach Hause. Kurz darauf wird das jüngste Kind der Familie schwer krank, worauf der Vater Johann Krank das Gelübde ablegt, die beiden Figuren renovieren zu lassen, sofern sein Kind wieder gesundet. Als dies tatsächlich geschieht, erfüllt Johann Krank sein Gelübde. Am Lichtmesstag 1670 glaubt Johann Krank beim Beten am Altar die göttliche Aufforderung zu erhalten, die beiden Figuren wieder an ihren Fundort (also in die Höhlung der alten Eiche) zu bringen, was er dann auch macht. Der Dittwarer Hans Weberverehrt die beiden Statuen besonders eifrig und beginnt, die Dittwarer zum Besuch der Eiche mit den beiden Figuren zu animieren.

In den Aufzeichnungen des Marbacher Bürgermeisters und des Notgars Faulhaber aus Tauberbischofsheim sind bereits aus dem Jahre 1670 die ersten Berichte vonWunderheilungen beim Eichbaum im Kreuzhölzle zu finden. Die Kirche tut dies zunächst als Aberglaube ab und möchte die Eiche fällen lassen. Angeblich zerbrachen beim Versuch aber alle Äxte am Eichbaum, was die Dittwarer noch zahlreicher zum Wunderort pilgern ließ, woraufhin auch die Kirche den Ort als Wallfahrtsort anerkannte. Daraufhin wird der Wallfahrtsort schnell immer populärer und es hängen alsbald die ersten Zeugnisse von Wunderheilungen (Krücken, Wachsbilder, Dankschriften) an den Ästen des Baumes.

Im Jahre 1683 wird dann die erste Wallfahrtskapelle als Stiftung des aus Dittwar gebürtigen Probstes von Niederzell bei Würzburg erbaut. Der Altar der Kapelle wurde dabei angeblich an der Stelle errichtet, an welcher sich ursprünglich die Eiche befand, die beiden Figuren werden auf dem Altar platziert. [Die Kapelle wurde also nur 14 Jahre nach dem Auffinden der beiden Figuren im Loch des Eichbaums erbaut. Warum zu diesem Zeitpunkt die Eiche dann also offenbar schon nicht mehr existierte, ist nicht überliefert. Wollte jeder Pilger ein Stück Holz der Wundereiche mit nach Hause nehmen, bis keine Eiche mehr vorhanden war?]

1713 vergrößert Christoph Neubert, der erste Einsiedlermönch, der sich am Wallfahrtsort niedergelassen hatte, die Kapelle und erbaut eine Behausung für sich und die künftigen Waldbrüder1718 erbittet Christoph Neubert vom Kloster in Fulda Reliquien, incl. einer Kreuzreliquie. Es werden verschiedene Ablässe gewährt. 1730 zieht mit Sebastian Zahner ein weiterer Eremit ein.

Nun wird der Wallfahrtsort auch überregional immer populärer. Vermutlich mit Spenden der Pilger wird die Kapelle mit einer Orgel ausgestattet und um eine Sakristei erweitert.

Im 18. Jahrhundert erlebt die Wallfahrt ihre Hochblüte, so dass im Jahr 1747 der Wallfahrtsort auch noch um einen Kreuzweg vom Ort zur Kapelle erweitert wird. Die 12. Kreuzwegstation ist eine Kalvarienkapelle mit Altar, die ca. 50m links neben der Hauptkapelle liegt. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller.

Bereits im Jahre 1728 hatte der Verwalter des Tauberbischofsheimer Hospitals, Johannes Carolus Sauer, eine mächtige und sehr gut gearbeitete Figur des ruhenden Jesus gestiftet und am Weg zur Kapelle errichten lassen. Diese Figur wurde dann in den Kreuzweg integriert und findet sich noch heute ziemlich am Anfang des Kreuzweges (bei der 4. Kreuzwegstation).

Als 1796 eine Viehseuche in der Gegend schlimm wütet, soll sogar nahezu die gesamte Bischofsheimer Bevölkerung zur Kapelle gepilgert sein, viele den gesamten Kreuzweg auf den Knien hochrutschend.

Zur Zeit der Aufklärung zu Beginn des 19. Jahrhunderts fordert der badische Großherzog ein Ende der Wallfahrt, was aber von der Dittwarer Bevölkerung vehement verweigert wird, so dass er schlussendlich beschließt, die Kapellen als Baumaterial versteigern und abbrechen zu lassen. Da die badische Regierung mittlerweile mit dem massiven Widerstand der Dittwarer gegen dieses Vorhaben rechnet, werden alle Dittwarer Männer unter einem Vorwand aufs Bezirksamt nach Tauberbischofsheim einberufen und dort festgehalten. Die Dittwarer Frauen jedoch ziehen geschlossen zum Wallfahrtsort und beschützen diesen handgreiflich: Die Ersteigerer der Kapellen, die anwesenden Beamten und sogar der Pfarrer werden in die Flucht geschlagen. Daraufhin wird am 24.12.1822 der Abbruchbefehl per ministeriellem Erlass endlich zurückgenommen. Die letzten Eremiten wurden jedoch bereits im Jahre 1817 umgesiedelt.

Erst im Jahre 1845 wird allerdings dann auch wieder die dortige Feier der Heiligen Messe und die Wallfahrt ins Kreuzhölzle offizielle erlaubt. Mit zahlreichen Spenden finden in den Folgejahren umfangreiche Renovierungen statt und von 1867 bis 1872 werden dann auch die Kreuzwegstationen erneuert.

Noch heute ziehen viele Dittwarer jedes Jahr zu den Festen der Kreuzauffindung (3. Mai) und Kreuzerhöhung (14.September) in einer Prozession mit Musikkapelle und Kirchenchor ins Kreuzhölzle.

Die beiden Kapellen sind geöffnet. Auf dem Altar der größeren Hauptkapelle befinden sich heute zwei Wachskopien der beiden Figuren (Maria und Johannes), welche die taubstumme Anna Maria Krank 1669 in dem Loch der Eiche fand und womit die Geschichte der Wallfahrt ins Kreuzhölzle ihren Anfang nahm.

Hinter der Hauptkapelle befindet sich zudem noch eine Lourdesgrotte, die 1891/92 aus Travertinbrocken vom Heidenkessel errichtet wurde.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 10

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 9

  3. Flyer Wallfahrt zum Kreuzhölzle Dittwar, Rudi Walz (Dittwar, ca. 1985)

  4. Franz Gehrig & Hermann Müller, „Tauberbischofsheim – Beiträge zur Stadtchronik“, TBB: FN Druck, S. 334

TBB-DITTW10

Kleindenkmal Nr. 10 (Dittwar):
 Das Steigweg-Bild: Kreuzschlepper von 1731   

Standort: 49°35’00.6″N 9°39’23.0″E

Es handelt sich um den rechten der zwei Bildstöcke, die heute neben der A 81 stehen.
Der Bildstock mit einem Relief des Kreuz schleppenden Jesus ist auf drei Seiten beschriftet:

  • Vorderseite:
    Wen(n) jemand Mir nachkom(m)en will
    so verleugne er sich selbst
    nehme sein Kreuz auf sich
    und folge Mir nach!
    Matth. 16, 24
  • Linke Seite:
    Trägst Du Dein
    Kreuz,
    so trägt es Dich
    zur bessern Hei-
    math sicherlich.
  • rechte Seite:
    Stifter:
    Martin Both
    1731.
    Ernestine Both,
    Em(m)a Häfner.
    1902.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 11

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 10

Maninger gibt den Nachnamen der zweiten der beiden Frauen (oben: Emma Häfner), die im Jahre 1902 eine Renovierung durchführen ließen, in beiden Quellen abweichend an: Hafner (Quelle 1) bzw. Hammerich (Quelle 2). Korrekt ist Häfner oder Hafner.

Maninger kannte den Original-Standort: Erst seit der Flurbereinigung steht der Bildstock am heutigen Standort im Flur „Scheere“ an der Autobahn. Davor befand er sich an der Einmündung des Steigweges in die „Straße“.

Der heute direkt neben diesem Bildstock stehende Bildstockrest (ohne Oberteil) könnte womöglich der Originalbildstock am ursprünglichen Standort gewesen sein, bis dessen Oberteil verloren ging und er deshalb 1902 durch obigen Bildstock ersetzt wurde. (Details zu dieser Hypothese vgl. Informationen zum anderen Bildstock: „Kleindenkmal Nr. 31 (Dittwar): Unbekannter Bildstock ohne Oberteil“, https://goo.gl/maps/GNxR7y83uSZKpjfK7  )

Der Stifter könnte weitere Bildstöcke in Dittwar errichtet haben:

a) Die Pieta am „Staach-Wäldchen“, früher direkt an der alten „Staach“ im Wäldchen wurde 1732 von Hans Martin Both gestiftet. ( Kleindenkmal Nr. 11 (Dittwar): https://goo.gl/maps/hgJdSUhEYcEJXKhf9 )

b) Der heute neben dem Steigwegbild stehende Bildstockrest (Kleindenkmal Nr. 31 (Dittwar): https://goo.gl/maps/GNxR7y83uSZKpjfK7  ) läßt den Stifternamen nur noch erahnen, vermutlich „Both“. Errichtet 1731

c) Der Kreuzigungsbildstock an den „Steinigen Äckern“ Bildstockrest (Kleindenkmal Nr. 14 (Dittwar): https://goo.gl/maps/LrScQ8G9t1ChEqee8 ) wurde 1767 (oder 1757) von „H.M.B.“ gestiftet. Hans Martin Both?


TBB-DITTW11

Kleindenkmal Nr. 11 (Dittwar):
 Pieta-Bildstock (1732)

Standort: 49°34’52.0″N 9°38’33.7″E

Die Pieta steht seit der Flurbereinigung am neuen Gewannweg westlich des Flurs „Steige“ am Rand des kleinen Wäldchens, kurz bevor der Gewannweg die Autobahn unterquert. Ursprünglich stand er direkt in diesem Wäldchen („Staach-Wäldchen“) und zwar an dem Weg, der das Wäldchen nach oben durchquert: Dieses Wegstück ist ein Rest der alten „Steige“, also des alten Steigwegs („Staach“), der von Dittwar auf den Dittwarer Berg Richtung Oberlauda hochzog.

Der Buntsandsteinbildstock hat einen relativ hohen, dafür aber schmalen Sockel, der nur unwesentlich breiter als der hohe Stamm ist. Auf dem Stamm sitzt ein Oberteil mit einer für die Mitte des 18. Jahrhunderts typischen Pieta-Darstellung. Die Stifterinschrift steht auf der Sockelvorderseite:

HANS
MARTHIN
BOHT

1732

Der Stifternachname ist vermutlich falsch eingehauen worden, korrekt dürfte er Both geheißen haben, ein geläufiger Dittwarer Nachname.

Auf der Stammrückseite findet sich noch, schwer zu entziffern, ein Renovierungsvermerk. Er könnte lauten:

HOTZST
18 51

Der Stifter Hans Martin Both könnte weitere Bildstöcke in Dittwar errichtet haben:
a) Das „Steigweg-Bild“ ( Kleindenkmal Nr. 10 (Dittwar): https://goo.gl/maps/GNxR7y83uSZKpjfK7 ), ursprünglich ebenfalls an der Steige (Einmündung in die Straße) stehend, wurde laut Inschrift 1731 von einem Martin Both gestiftet.
b) Der heute neben dem Steigwegbild stehende Bildstockrest (Kleindenkmal Nr. 31 (Dittwar): https://goo.gl/maps/GNxR7y83uSZKpjfK7 ) läßt den Stifternamen nur noch erahnen, vermutlich „Both“. Errichtet 1731
c) Der Kreuzigungsbildstock an den „Steinigen Äckern“ Bildstockrest (Kleindenkmal Nr. 14 (Dittwar): https://goo.gl/maps/LrScQ8G9t1ChEqee8 ) wurde 1767 (oder 1757) von „H.M.B.“ gestiftet. Hans Martin Both?

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 12

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 11

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr.6

TBB-DITTW12

Kleindenkmal Nr. 12 (Dittwar):
 Pieta-Bildstock (1742)

Standort: 49°35’26.1″N 9°38’08.5″E

Der Bildstock steht im Mittelort noch an seinem Originalstandort, stand hier jedoch ursprünglich auf einer Hofmauer. Heute steht er frei, als Ersatz für die nicht mehr vorhandene Hofmauer wurde ihm als Ersatz ein ca 1m breites und 1m hohes Mauerstück spendiert, auf welchem seine Rundsäule nun mittig zwischen Blumen steht. In dem neuen, gemauerten Sockel ist vorne mittig offenbar der Originalsockel des Bildstocks integriert, vermutlich war er auch in die alte Hofmauer eingemauert. Auf der Vorderseite des Original-Bildstocksockels ist eine Jahreszahl zu erkennen:

1642

Maninger (s.u.) gibt die Jahreszahl mit 1742 an. Zwar liest sich das Jahr heute scheinbar zweifelsfrei als 1642, genauere Betrachtung lässt jedoch tatsächlich eine Interpretation als 1742, mit sehr geschwungener 7, zu. Bzgl. der Gestaltung und des Motivs des Bildstockoberteils wäre 1742 in der Tat erheblich plausibler: Zu sehen ist eine Pieta, typisch für Bildstöcke des 18. Jhd, eher untypisch fürs 17. Jhd. Zudem sitzt Maria mit ihrem toten Sohn auf dem schoß unter einem Baldachin. Aufgezogene Baldachine, die das Hauptmotiv umrahmen waren eine Modeerscheinung des 18. (und 19.) Jahrhunderts.

Direkt unter der Pieta noch eine knappe Inschrift:

.S.MARIA.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 13

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 12

TBB-DITTW13

Kleindenkmal Nr. 13 (Dittwar):
Das Wetterkreuz

Standort: 49°34’55.2″N 9°39’43.8″E

Standort von großer Bedeutung:

Am Wetterkreuz treffen sich uralte Wege: Schon die alten Keltenfernstraßen Neckar-Main und Spessart-Hohenlohe kreuzten sich hier.
Das Kreuz steht an einer Stelle, die vermutlich zudem heidnischen Zwecken diente.

Am Wetterkreuz treffen 5 Gemarkungen aufeinander. Am fünfseitigen Kreuzsockel sind die Wappen der 5 Gemarkungen als Reliefs angebracht: Lauda (LLL), Oberlauda (OOO), Dittigheim/Hof Steinbach (DDD), Dittwar  (DWD) und Distelhausen (DHD). Also im Grunde ein Fünfmärker. Diese Gemarkungsgrenzen sind sicher älter als das Kreuz. Seit der Flurbereinigung 1900 hat der Standort allerdings mit Dittigheim (Hof Steinbach) tatsächlich eine Gemarkung verloren.

Nach historischen Aufzeichnungen wurde das Steinkreuz im Jahre 1714 von den damaligen Gemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar nach einem großen Gewitterschaden in den Fluren zum ewigen Andenken aufgestellt. Laut Chronik standen schon im 19. Jahrhundert beiderseits des Kreuzes Kastanienbäume.

Aufgrund der exponierten Lage (333,3 m NN; Taubertal bei Distelhausen: 181m NN) fallen diese immer wieder Blitzschlag oder Sturm zum Opfer. Der letzte große Kastanienbaum, der dieses Schicksal bis jetzt erleiden musste, wurde am 22.06.2011 von einem starken Gewitter und heftigem Sturm gefällt.


Auf dem fünfseitigen Sockel erhebt sich ein ca. 3m hohes Kruzifix. Auf dem Kreuzstamm (untere Hälfte, Vorderseite) findet sich die Stifterinschrift:

1714
ZV DER ZEI
HE SCHVLDZHEN
L.I.G.S.D.FW


Also:
1714
Zu der Zeit
Schulzen
(Initialen der Schultheiße)

Ganz unten findet sich dann noch (evtl. Initialen des Steinmetzes):
MD

Rechts seitlich am Stamm schließlich noch eine nur noch schlecht lesbare Renovierungsinschrift, die nach Maninger (s.u.) lauten könnte:
„renoviert durch Johann Gunich“

Erstaunlicherweise erfolgte die Weihe des Wetterkreuzes nicht im Jahr der Errichtung 1714, sondern offenbar erst 1716. Das zeigt die Oberlaudaer Bürgermeister-Rechnung von 1716 (Seite 20), in welcher nachfolgende „Ausgab Geldt“ eingetragen ist: „20 Kreuzer hat Schulmeister und Heiligen Pfleger Martin Sack verzehrt, als Mann das Neue Wetter Kreutz geweihet.“ (zitiert nach Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., s.u.: 1.)

Das Kruzifix von 1714 ist nicht das erste Kreuz, das hier oben stand. Es muss einen (hölzernen?) Vorgänger gegeben haben. Darauf weist laut Dittwarer Festchronik (Literaturangabe 2, S. 47) nebenbei die „Liste der Dittwarer Zinszahler an das Juliusspital Würzburg“ aus dem Jahre 1669 hin. Dort heißt es: „Von 20 Morgen Ackerfeld im Flur gegen Lauda beym Wetterkreuz oder an gräbern gelegen (…)“.

Literatur- & Online-Fundstellen zum Wetterkreuz:

  • Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 1

  • Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 14

 

TBB-DITTW14

Kleindenkmal Nr. 14 (Dittwar):
verwitterter Bildstock mit Kreuzigungsrelief (1767) an den „Steinigen Äckern“

Standort: 49°35’04.0″N 9°37’05.5″E

Das Bildstockoberteil zeigt ein Kreuzigungsrelief. Das besondere daran ist die Leere links und rechts neben dem Kreuz: Wo normalerweise bei solchen Darstellungen Maria und Johannes unter dem Kreuz stehend vorzufinden sind, sieht man hier nur eine leere Fläche. Die Kreuzigungsdarstellung wirkt dadurch aber um so beeindruckender. Im Übergang des Oberteils zum viereckigen Stamm schaut ein geflügelter Engelskopf (Putte) nach unten.

Auf der Stammvorderseite findet sich dann ganz unten die knappe und kaum mehr zu erkennende Inschrift:

.H.M.B.

1767

Maninger (s.u.) las 1757 und wusste zu berichten, dass es im Zuge der Flurbereinigung wohl (geringfügig?) versetzt wurde.

Der Stifter könnte Hans Martin Both geheißen und womöglich weitere Bildstöcke in Dittwar errichtet haben:

a) Die Pieta am „Staach-Wäldchen“, früher direkt an der alten „Staach“ im Wäldchen wurde 1732 von Hans Martin Both gestiftet. ( Kleindenkmal Nr. 11 (Dittwar): https://goo.gl/maps/KsrHFVFo7mwrsE3z6 )

b) Das „Steigweg-Bild“ ( Kleindenkmal Nr. 10 (Dittwar): https://goo.gl/maps/EVFPDouc9iUiZynN9 ), ursprünglich ebenfalls an der Steige (Einmündung in die Straße) stehend, wurde laut Inschrift 1731 von einem Martin Both gestiftet.

c) Der heute neben dem Steigwegbild stehende Bildstockrest (Kleindenkmal Nr. 31 (Dittwar): https://goo.gl/maps/EVFPDouc9iUiZynN9 ) läßt den Stifternamen nur noch erahnen, vermutlich „Both“. Errichtet 1731

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 15

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 14

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 7

TBB-DITTW15

Kleindenkmal Nr. 15 (Dittwar):
 Maria mit Kind (1769)

Standort: 49°35’25.7″N 9°38’11.7″E

Der Bildstock steht im Mittelort, schräg vor der Laurentius-Kirche. Auf einem quadratischen Sockel steht ein vierkantiger, nach oben sich leicht verjüngender Stamm. Ab oberen Stammende sind auf der Vorderseite und den beiden Seitenflächen jeweils als Halbrelief drei Heiligenfiguren zu sehen. Darunter stehen deren Namen:

Vorderseite:

S. LAURENTZI  (Maninger (s.u.) liest hier noch: S. LAURENTII)

Linke Seitenfläche:

S. MAGDALENA

Rechte Seitenfläche:

S. CATHARIN (Maninger (s.u.): S. CATHARINA)

Auf dem Bildstockoberteil dann als Hauptmotiv Maria mit dem Kind. Darunter sind noch zwei kleine Seraphime, beflügelte Engelsköpfe, zu erkennen. Das Oberteil ist an den Seiten doppelt geschwungen, typisch für viele Bildstöcke des 18. Jahrhunderts. Nach oben läuft das Oberteil spitz zu, endet mit einem aufgesetzten Kreuz.

Die Inschrift auf der Sockelvorderseite ist heute kaum mehr zu entziffern. Maninger gelang dies noch, er gibt allerdings nicht die Zeilenumbrüche wieder:

1769 HAT MAGDALENE KRANCKIN
DURCH IHRE TÖTLICHEN HINTRITT
EIN GEMÄCHTNIS GETHAN UND
ZUR EHR GOTTES DIESE BILDNIS
AUFGERICHTET WORDEN

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  • Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 16
  • Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 15

 TBB-DITTW16

Kleindenkmal Nr. 16 (Dittwar):
 Pieta-Bildstock (1775)

Standort: 49°35’28.4″N 9°38’03.0″E

Der Bildstock steht in der Unteren Sonnenhalde. Zu seiner Errichtungszeit waren hier noch keine Häuser, er stand damals hier an einem Feldweg.  Auf dem oben etwas breiteren Sockel steht ein Vierkantstamm, an dessen Vorderseite oben übereinander die Halbreliefs von zwei Heiligen zu sehen sind: Oben Maria als „Mater Dolorosa“, also Schmerzensmutter  mit Dolch im Herzen dargestellt. Und darunter der Heilige Georg in seiner klassischen Darstellung, zu Pferd den Drachen tötend.

Das Motiv des Bildstockoberteils zeigt die Pieta, Maria mit dem vom Kreuz genommenen Jesus auf ihrem Schoß, umrahmt seitlich von jeweils einer Säule, gefolgt von geschwungener Ornamentik, typisch für Bildstöcke des 18. Jahrhunderts. Mit ähnlichem Schmuckwerk verjüngt sich der Bildstock nach oben und endet schließlich mit einem zentral aufsitzenden Seraphim, einem beflügelten Engelskopf. Unter der Pieta, noch im Bildstockoberteil, ein Inschriftenfeld:

O Ihr alle die Ihr fürübergeht
merket und seeht, ob ein Schmertz
gleich sey meinem Schmertzen

Auf der Sockelvorderseite schließlich noch die kryptische Stifterinschrift:

H G M
M M
1775

Maninger (s.u.) liest in der zweiten Zeile „H M“, heute erkennt man jedoch zweifelsfrei „M M“ (Renovierung?), was auch korrekt sein dürfte: Die beiden Heiligen auf dem Stamm sind vermutlich die Namenspatrone des Stifterehepaars, denn es war durchaus üblich diese Heiligen bei einer Bildstockstiftung (meist auf dem Stamm) zu integrieren. An erster Stelle steht bei der inschriftlichen Nennung eines Stifterehepaars üblicherweise der Ehemann, an zweiter seine Ehefrau (früher oft „Hausfrau“ betitelt). Das „G“ in der ersten Zeile dürfte also vermutlich für Georg stehen (und das „H“ evtl. für Hans).  Das erste „M“ in der zweiten Zeile stünde demnach dann für Maria.
Der Nachname des Stifterehepaars, abgekürzt mit „M“, könnte Maninger lauten, denn immerhin steht der Bildstock heute laut Maninger (s.u.) vor dem Hause Lorenz Maninger. (Auch wenn zur Zeit der Bildstockerrichtung hier noch kein Haus stand, evtl. befand sich hier aber ein Acker der Familie. Zumindest kam dieser Nachname damals in Dittwar vermutlich schon relativ häufig vor, andere mit M beginnende Nachnamen waren eher selten. Das Stifterehepaar könnte also geheißen haben: H. Georg Maninger und Maria Maninger

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  • Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 17
  • Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 16

  

TBB-DITTW17

Kleindenkmal Nr. 17 (Dittwar):
Blutsbild (18. Jhd.)

Standort: 49°35’25.4″N 9°38’20.9″E

Der Bildstock steht im Ort, bei der Abzweigung des Götzenberg-Wegs von der Talstraße, heute an eine Hauswand gelehnt.  Früher muss er frei gestanden sein, denn auf hkvdittwar.de (s.u.) wird berichtet, dass auch die Rückseite des Bildstockoberteils ein Motiv aufweist. (Soweit erkennbar, ein anderes Motiv.) Doppelseitige Bildstöcke sind eher Ausnahmen und standen i.d.R.  so an Wegen, dass man immer ein Motiv vor Augen hatte, egal aus welcher der beiden Richtungen man sich gerade auf dem Weg dem Bildstock näherte. Der Weg, an welchem er stand (steht?), muss ein Wallfahrtsweg nach Walldürn (gewesen) sein: Das heute zu sehende Motiv stellt nämlich das Walldürner Blutwunder dar. Solche Blutsbilder gibt es in der Region viele und markieren die Wege, auf welchen die Wallfahrer jährlich nach Walldürn pilgerten/ pilgern.

Das typische Blutswunder-Motiv, der umgekippte Meßkelch, darüber die Figur des Gekreuzigten und elf weitere, sich aus dem vergossenen Wein bildende Jesusköpfe wird realistisch auf einem Tuch dargesetllt, welches von einem Seraphim gehalten wird, der hinter dem Tuch stehen soll und mit seinem Oberkörper über das Tuch hinaus ragt.  Seitlich neben Zierwerk noch zwei stehende Figuren im Halbrelief, laut hkvdittwar.de zwei Frauen, die linke mit einem Kreuz, die rechte mit einer Thorarolle im Arm. Anhand dieser Attribute werden sie auf hkvdittwar.de als Ecclesia und Synagoge entschlüsselt.

Weiterhin wird dort vermutet, dass der grobe, nach oben sich leicht verjüngende Bildstockstamm und das fein gearbeitete Oberteil, welches in einem Schlitz des Stamms steckt, ursprünglich evtl. nicht zusammengehört haben könnten. Das muss aber nicht sein, Bildstockstämme sind oft sehr schlicht gehalten. Vielleicht ersetzte er auch bei einer Renovierung  den beschädigten Originalstamm.

Sowohl auf der heutigen Bildstockoberteil-Vorderseite als auch auf Stamm und Sockel ist keine Inschrift zu finden. Auf der Bildstockoberteil-Rückseite lässt sich jedoch zweifelsfrei unter dem Bild eine Inschriftenzeile erkennen, durch den schmalen Spalt zwischen Oberteil und Hauswand aber leider nicht entziffern.

Stil und Motiv des Bildstockoberteils lassen es jedoch zu, ihn im 18. Jahrhundert (Mitte-Ende) zu verankern.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 20
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 17
  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 9

TBB-DITTW18

Kleindenkmal Nr. 18 (Dittwar):
 „Heilige Familie“ von 1782 im Dittwarer Mittelort

Standort: 49°35’24.5″N 9°38’10.1″E

Das zentrale Motiv auf der Vorderseite des Bildstockoberteils ist die Heilige Familie. Auf beiden Oberteilseiten finden sich jeweils eine Heiligen-Skulptur. Bei beiden handelt es sich um Männer in Mönchskutte, der eine stehend mit Kind (Jesuskind) auf dem Arm, der andere kniet mit zum Gebet gefalteten Händen. Vermutlich dürfte es sich zumindest bei einem von beiden um den Namenspatron des Stifters handeln: Franz von Assisi. Hinter dem Mönch mit Kind könnten entsprechend auch ein paar Tiere als klassische Attribute dieses Heiligen hervor schauen. Das Jesuskind auf dem Arm würde allerdings eher auf einen anderen Heiligen in Mönchskutte hinweisen: Antonius von Padua.
Oben auf der Stammvorderseite ein weiterer Heiliger, dem allerdings der Kopf fehlt: Der Heilige Laurentius, charakteristisch dargestellt mit Rost und Märtyrerpalme. Ihm ist auch die Dittwarer Kirche geweiht.

Der Bildstock stand ursprünglich etwas weiter oben an der Abzweigung von der Gissigheimer Straße.

Original-Inschrift auf der Sockel-Vorderseite:


GOT ZU EHRE
N UND DISEN HEILIGEN
HAD FRANZ WEBER U
ND ANNA MARIA
DISSEN BILTSTOK AU
FRICHEN LASEN
17 82

Die Jahreszahl könnte auch 1787 lauten.

Inschrift auf der Rückseite des Stammes:

DURCH EINE
HOCHWASSER
KATASTROPHE
WURDE AN
FRONLEICHNAM
1984
DER MITTELORT
TOTAL
ZERSTÖRT.
WIR DANKEN
ALLEN HELFERN
FÜR DEN
WIEDERAUFBAU.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 18
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 18

Manfred Maninger gibt die Inschrift in 1 (1983) ein wenig anders wieder: „Got zu Ehren und disen Heiligen Had Franz Weber und Anna Weber Disen Bildstock aufrichten lassen 1787“ und erwähnt, dass der Bildstock seit dem Bau der Hauptsraße im Dorf im Rathaus eingelagert sei und auf Renovierung hoffe (ursprünglicher Standort war laut ihm „an den Häusern Lorenz Krank und Ignaz Stephan“). Mittlerweile ist er ja wieder errichtet und offensichtlich renoviert. Die Renovierung dürfte die Ursache für die unterschiedliche Interpretation der Inschrtift sein, wobei unklar bleibt, welche Lesart der Originalinschrift am gerechtesten wird. In 2 (1968) schrieb Maninger noch, dass die Inschrift des Bildstocks –damals offenbar noch am Originalstandort- nicht mehr lesbar sei, weil sie sich unter der Erdoberfläche befand.


TBB-DITTW19

Kleindenkmal Nr. 19 (Dittwar):
Marienkrönung (1747)

Standort: 49°35’20.9″N 9°38’14.1″E

Der Bildstock steht im Ort, in der Nähe der Weggabelung Gissigheimer Str., Heckfelder Str., Talstraße.

Das weiße Bildstockoberteil (Kalkstein?) zeigt das Motiv der Marienkrönung/ Himmelfahrt Marias: Mittig kniet Maria mit zum Gebet gefalteten Händen, links von ihr steht Jesus, rechts Gott, jeweils auf einer Wolke, in der jeweils ein kleiner Seraphim zu erkennen ist. Gott und Jesus halten gemeinsam die Krone über Marias Kopf. Darüber fliegt die Taube als Symbol für den Heiligen Geist und komplettiert somit die Dreifaltigkeit. Hinter ihr fallen Himmelsstrahlen auf Jesus, Maria und Gott. Umrahmt wird die Szene von einem aufgezogenen Baldachin, wie bei vielen derartigen Bildstöcken aus der 2. Hälfte des 18. bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch oben im Baldachin zwei kleine Seraphime, ebenso zwei größere unter Maria im Rand des Oberteils. Nach oben schließt der Bildstock mit einem kleinen aufgesetzten Kreuz ab.

Auf dem roten, vierkantigen Stamm (Buntsandstein) ist vorne oben im Halbrelief eine weiße Figur (Kalk?) zu erkennen: Ein bärtiger Mann, der in seiner linken Hand einen Zweig hält, der oben zwei Äpfel und in der Mitte längliche Blätter zu tragen scheint. Vermutlich soll es sich um das Attribut Johannes des Täufers handeln, ein Apfel, aus dem ein Palmzweig wächst. Damit wäre das Heiligenrelief (wie meistens) als Namenspatron des Stifters auf dem Stamm gelandet:

Maninger (s.u.) konnte die Inschrift vorne auf dem grauen, nach unten breiter werdenden Sockel zumindest teilweise noch entziffern (heute ist sie kaum mehr zu erkennen):


DIS BILD

HAT JOHANN

ADAM HAMMERICH

(…)

(…)

(…)

(…) ERRICHTEN

LASSEN DEN

20. JUNI 1747

Aktuell präsentiert sich der Bildstock in einheitlichem Grau, befreit vom vorherigen Anstrich. Das Ergebnis einer Renovierung aus dem Jahr 2014, die auch dringend angebracht war (vgl. Fotos). Bei der Renovierung wurde auch ein Teil der Inschrift nachgezeichnet.

Maninger gab die Inschrift ohne Zeilenumbrüche wieder. Obige Umbrüche sind der Versuch einer Rekonstruktion anhand des aktuellen Zustands des Inschriftenfelds. Dabei lassen sich jedoch nur die erste Zeile und die drei letzten als sicher einstufen.

Die im Zuge der Renovierung nachgezeichnete Inschrift unterscheidet sich von Maningers Ergebnis:

DIS BILD /(…) / (…)/ (…)/(…) EHELICHE / HANS (…) / (…) AUFRICHTEN / LASSEN DEN / 20 YUNI 1747

„HANS“ ist sicherlich falsch, worauf das vorherige Wort „EHELICHE“ hinweist: „Eheliche Hausfrau“ muss es korrekt heißen, die damals übliche Bezeichnung für die Ehefrau. Damit lässt sich die Inschrift noch ein wenig weiter rekonstruieren (Angaben in Klammern und Zeilenumbrüche in Zeilen 2-5 sind spekulativ):

 
DIS BILD
HAT JOHANN
ADAM HAMMERICH
(UND …)
(… SEIN) EHELICHE
HAUSFRAW (MARIA ZU LOB)
UND (ZU EHR) RICHTEN
LASSEN DEN
20. JUNI 1747


Also:

Dies Bild hat Johann Adam Hammerich und (Vorname der Ehefrau) seine eheliche Hausfrau Maria/Gott zu Lob und zu Ehr (auf-)richten lassen den 20. Juni 1747.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 19

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 19

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr.2

 

TBB-DITTW20

Kleindenkmal Nr. 20 (Dittwar):
 Wegkreuz an den Krautgärten

Standort: 49°35’26.5″N 9°37’50.3″E

Inschrift auf dem Sockel des Kreuzes:

vorne:

Zu Ehren
des gekreuzigten
Heilandes
errichtet von
Anton Holler
1872

hinten:

Zerstört am 21.6.1984
durch Hochwasser.
Wiedererrichtet
durch die Gemeinde
und ihre Bürger.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 21
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 20

Manfred Maninger schreibt in 1 (1983) ergänzend , das Kruzifix sei ca. 4m hoch und stehe unter einem ca. 400 Jahre alten, durch Blitzeinschlag gefährdeten Lindenbaum.

TBB-DITTW21

Kleindenkmal Nr. 21 (Dittwar):
Die Pieta im „Brenne-Hölzle“ (1876)

Standort: 49°34’51.5″N 9°37’17.7″E

Die Pieta steht am Ende des Weges von der „Kühruh“ zum „Brenne-Hölzle“. Auf einem hohen Sockel steht als Freifigur die ungefähr 80cm hohe Pieta. Hinter ihr ragt ein schlichtes Steinkreuz nach oben. Die Gesamthöhe beträgt ca. 3,5 m.

Inschrift auf dem Sockel (Vorderseite):

O hl. Mutter!

Drücke deines Sohnes Wunden

So wie du sie hast empfunden

tief in meine Seele ein!

Errichtet von Anton Holler

im Jahre 1876.

Die Pieta stammt aus der Werkstatt Buscher (Gamburg).
Eine nahezu identische, ebenfalls von Anton Holler gestiftete und nur 3 Jahre jüngere Pieta findet sich direkt im Ort. (siehe: „Kleindenkmal Nr. 22 (Dittwar)“: https://photos.app.goo.gl/9CRhkBZD2yMj5evC6   ). Kurz vor Hof Steinbach, von Dittwar kommend, schließlich eine dritte, ähnliche und wiederum 3 Jahre jüngere Pieta (1892): https://photos.app.goo.gl/OFSvKUBXm20YoIxI3

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 22

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 23

  3. Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 6

 

TBB-DITTW22

Kleindenkmal Nr. 22 (Dittwar):
Pieta-Freifigur im Ort

Standort: 49°35’25.8″N 9°38’28.8″E

Die Pieta steht am Ortseingang in der Talstraße.

Auf einem hohen Sockel steht als Freifigur die ungefähr 80cm hohe Pieta. Hinter ihr ragt ein schlichtes Steinkreuz nach oben. Jesus fehlt der rechte Arm. Die Gesamthöhe beträgt ca. 3,5 m.

Inschrift auf dem Sockel (Vorderseite):

O hl. Mutter; Drücke
deines Sohnes Wunden
so wie du sie hast
empfunden tief
in meine Seele ein
Anton Holler 1879

———————————————————————–

Die Pieta stammt aus der Werkstatt Buscher (Gamburg).
Eine nahezu identische, ebenfalls von Anton Holler gestiftete und nur 3 Jahre ältere Pieta findet sich im _Brenne-Hölzle._ (siehe: „Kleindenkmal Nr. 21 (Dittwar)“: https://photos.app.goo.gl/YgsxdXz7UJNEkgvt5 ). Kurz vor Hof Steinbach, von Dittwar kommend, schließlich eine dritte, ähnliche, 3 Jahre jüngere Pieta (1882): https://photos.app.goo.gl/OFSvKUBXm20YoIxI3 

—————————————————————————–

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

1.            Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 23

2.            Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 22

3.            Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 6

  

TBB-DITTW23

Kleindenkmal Nr. 23 (Dittwar):
Kleine Heiligenfigur

Standort: 49°35’25.5″N 9°37’56.7″E

Die kleine, ungefähr 40cm hohe, bunt bemalte Figur steht in der Gissigheimer Str., am Ortsausgang, kurz vor der Abzweigung in den Eisgrund auf einer Grundstücksmauer in einem kleinen, verglasten Schrein. Sie wurde dort laut Maninger (s.u.) ca. 1880 aufgestellt und 1961 beim Bau des dahinter stehenden Hauses neu gefasst. Davor stand sie in einer Buntsandsteinnische.

Maninger vermutete, dass es sich um eine Figur des *Heiligen Antonius* handele. Dieser wird jedoch üblicherweise mit T-förmigen Kreuzstab und langem weißen Bart dargestellt. Diese Statuette erinnert mit ihrem jugendlichen, bartlosen Erscheinen und den Attributen Schaf, (Schäfer)hund und Schäferschippe aber eher an den *Heiligen Wendelin*, einem populären Schutzpatron der Schäfer und Bauern und des Viehs, gegen Viehseuchen und für gute Ernten. (vgl. heiligenlexikon.de: Wendelin: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienW/Wendelin.html; Antonius: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Antonius_der_Grosse.htm)

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 24

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 23

TBB-DITTW24

Kleindenkmal Nr. 24 (Dittwar):
 Das „Herz-Jesu-Bild“ am Königheimer Weg (1894)

Standort: 49°35’42.6″N 9°37’37.2″E

Inschrift auf dem Sockel:

Siehe da dieses Herz,
das die Menschen so
sehr geliebt hat.
Ich werde die Orte ken-
nen, wo das Bild mein-
es Herzens wird auf=
gestellt und verehrt
werden.

seitlich am Sockel:

Gestiftet v.
Lorenz Both
1894.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 25

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 24

Maninger gibt die Inschrift in beiden Quellen jeweils geringfügig unterschiedlich zueinander und auch zur oberen Variante wieder. Die obige Version dürfte aber korrekt sein. Ergänzend führt Maninger noch an, dass jenes Kleindenkmal eines der meistgepflegtesten in Dittwar sei und seit dem Wegneubau und der Reblandumlegung am neuen Ölkuchenweg stehe (= aktueller Standort).

 

TBB-DITTW25

Kleindenkmal Nr. 25 (Dittwar):
Das „Herz-Mariä-Bild“ an der „Langen Hecke“

Standort: 49°35’16.8″N 9°37’33.5″E

Bei dieser Marienstatue handelt es sich offensichtlich um eine Replik. Maninger (s.u.) fand 1968 und auch 1983 noch das Original vor: Er berichtet, das (Original-)“Herz-Mariä-Bild“ wäre auf allen vier Sockelseitenflächen beschriftet gewesen:
„Rose unter Dornen – Behüte uns.“, „O süßes Herz Mariä – sei unser Rettung“, „Leide so wie sie gelitten – und der Himmel ist dein Leben“. Auf der vierten Seitenfläche (vermutlich Rückseite) fand sich dann schließlich die Stifterinschrift, nach der die Statue von M. Anna Stephan, ledig, im Jahre 1904 gestiftet wurde. Auch dass das Original-Kleindenkmal von der Firma Hofmann in Königshofen hergestellt wurde, muss auf vermerkt gewesen sein.

Maninger wusste weiter zu berichten, dass es zum „Herz-Mariä-Bild“ eine Anekdote (Sage?) gibt, nach welcher ein Landser 1945 auf dem Rückzug vor den immer weiter vor rückenden Amerikanern aus Wut dem Marienbild die Nase wegschoss. Schon am nächsten Tag hätte diesem Soldaten eine feindliche Kugel bei einem Feuergefecht zwischen Messelhausen und Kützbrunn selbst die Nase weggerissen, womit seine Freveltat also sofort bestraft worden sei.

Die einzige Inschrift der heute am Standort vorzufindenden Replik auf dem Sockel lautet:

Reinstes
Herz Mariae
sei unsere
Rettung

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 26

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 25

 

TBB-DITTW26

Kleindenkmal Nr. 26 (Dittwar):
Josephsbild

Standort: 49°35’08.1″N 9°38’03.1″E

Das Josephsbild, eine überdachte Sandstein-Statue des Heiligen Joseph auf hohem Sockel, steht am Dittwarer Ortsausgang in Richtung Heckfeld, direkt an der Böschung zur Landstraße auf Höhe des Sportplatzes.
Die Figur war einmal bunt bemalt, heute hat nur noch der rote Umhang ein wenig von seiner Farbe behalten.
Dass es sich um eine Statue des Joseph von Nazaret, also den Nährvater von Jesus, handelt, wird neben dem Hinweis über eines seiner Attribute, einer Lilie bzw. einem blühenden Stab in seiner linken Hand, auch durch die Inschrift auf dem Sockel mehr als deutlich. Der Sockel ist auf der Vorderseite und den beiden Seitenflächen beschriftet:

Vorderseite:
Hl. Joseph
Nährvater Jesu
Bitte für uns!

Ganz unten folgt noch die Stifterinschrift:
Gestiftet
von
Joseph Valentin Both
1905

Rechte Seitenfläche:
O heiliger Joseph,
treu bewährt,
In Deinen Schutz
nim(m) Christi Herd!

Linke Seitenfläche:
Gib täglich Brot,
wend´ ab die Not,
Und steh und bei
dereinst im Tod!

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 27

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 26

TBB-DITTW27

Kleindenkmal Nr. 27 (Dittwar):
Das Weiße Kreuz an der Gissigheimer Straße

Standort: 49°35’41.7″N 9°37’04.5″E

Inschrift auf der Sockelvorderseite:

O hl.Kreuz!
meine einzige Hoffnung
sei gegrüßt

seitlich am Sockel: 
ERRICHTET
VON FAMILIE
KILIAN LOTTER
1938

Das Kruzifix ist mit Sockel ungefähr 3,50m hoch.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 28
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 27


TBB-DITTW28

Kleindenkmal Nr. 28 (Dittwar):
Holzkreuz auf dem Geißberg

Standort: 49°35’15.9″N 9°38’07.3″E

Das erste Holzkreuz wurde am Steinbruch auf dem Geißberg nach Kriegsende 1945 auf Initiative von Pfarrer Schuhmacher zum Dank für die Verschonung des Dorfes vor Bombenangriffen durch die Dorfgemeinschaft errichtet. Als man es bei der Flurbereinigung versetzen wollte, wurde festgestellt, dass es bereits äußerst morsch war, so dass es erneuert wurde. Im September 1977 konnte das neue Kreuz zum Fest „Kreuzerhöhung“ eingeweiht werden, 2010 erfolgte eine erneute Restaurierung.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 31

  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 28

TBB-DITTW29

Kleindenkmal Nr. 29 (Dittwar):
Die 12. Station des Kreuzwegs ins Kreuzhölzle (1747/1872)

Standort: 49°34’51.6″N 9°38’05.8″E

Als im 18. Jahrhundert die Wallfahrt ihre Hochblüte erlebt, wird im Jahr 1747 der Wallfahrtsort um einen Kreuzweg vom Ort zur Kapelle erweitert. Die 12. Kreuzwegstation ist Jesus am Kreuz (links auf Foto oben) mit einer Kalvarienkapelle, die ca. 50m links neben der Hauptkapelle liegt. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller.

Die Inschrift auf dem Kreuzsockel lautet:


JESUS
MEIN HEIL, LEBEN,
MEINE AUFERSTEHUNG

Den gesamten Kreuzweg mit allen 14 Stationen gibt es hier:
Kleindenkmale Nr. 32.01 – 32.14 (Dittwar):  Die 14 Stationen des Dittwarer Kreuzwegs (1747/1872) ins Kreuzhölzle: https://goo.gl/maps/RVcpFxrU3qukPSxH8

Literaturangabe zum Kleindenkmal:

Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 29

 

TBB-DITTW30

Kleindenkmal Nr. 30 (Dittwar):
Das Friedhofskreuz

Standort: 49°35’12.6″N 9°38’21.8″E

Das Dittwarer Friedhofskreuz steht mittig ganz oben auf dem Friedhof, direkt gegenüber vom Haupteingang. Es ist umrahmt von alten Priestergrabsteinen.

Das Kreuz selbst und der bauchige Sockel bestehen aus rotem Buntsandstein, der Gekreuzigte aus gelblichem Sandstein. Ganz oben auf dem Kreuz zweizeilig das übliche „IN RI“.

In einem Inschriftenfeld auf der Sockelvorderseite ist zu lesen:

Ich bin die Auferstehung und das
Leben. Wer an mich glaubt, der wird
leben wenn er auch stirbt.
Joh. XI. Cap. 25-26. Vers.
Errichtet von der Gemeinde
Dittwar den 9 ten Oktober 1837

Literaturangabe zum Kleindenkmal:

Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 30

TBB-DITTW31

Kleindenkmal Nr. 31 (Dittwar):
 Unbekannter Bildstock ohne Oberteil

Standort: 49°35’00.6″N 9°39’23.0″E

Es handelt sich um den linken der zwei Bildstöcke neben der Autobahn.

Dieser Bildstock gibt Rätsel auf. Zum einen fehlt das Oberteil. Nur noch der hohe, rechteckige Sockel mit dem langen, ebenfalls rechteckigen Stamm sind vorhanden. Auf der Rückseite des Stamms ist ganz oben ein Kreuzrelief zu erkennen. Auf der Sockelrückseite ist ein Dreieck eingehauen.
Zum anderen ist auch die Inschrift sehr kryptisch: Die nur noch ansatzweise zu entziffernde, 9-zeilige Inschrift zieht sich über die gesamte Sockelvorderseite, von der mittig oben ein Teil abgebrochen ist. In der 4. Zeile ist der Stiftername (Both) zu erahnen, in der letzten Zeile erkennt man noch das Stiftungsjahr: 1731

Schließlich wird dieser Bildstock zudem auch noch in keiner der beiden Übersichten von Manfred Maninger (s.u.) erwähnt. Auffällig ist beim Vergleich dieses Bildstockrestes mit dem am heutigen Standort direkt daneben stehenden Bildstock, dass sowohl Jahreszahl (1731) als auch –unter Vorbehalt- Stiftername (Both) identisch zu sein scheinen. (vgl.: Kleindenkmal Nr. 10 (Dittwar): Das Steigweg-Bild: Kreuzschlepper von 1731, https://goo.gl/maps/LX836FL7pVpECTCVA )

Eventuell (rein spekulativ!) könnte es sich bei diesem Bildstockrest ja um den Originalbildstock am Originalstandort gehandelt haben, der nach Beschädigung/ Verlust des Oberteils (dann vermutlich auch ein Kreuzschlepper) noch am ursprünglichen Standort im Jahre 1902 durch jenen anderen ersetzt wurde. Irgendwann nach Maningers Übersichtsarbeiten (also nach 1983) tauchte dieser Rest dann vielleicht wieder auf (z.B. in einem Gebüsch nahe des Originalstandortes) und wurde neben seinem inzwischen versetzten Nachfolger wiedererrichtet.

Der Stifter könnte weitere Bildstöcke in Dittwar errichtet haben:

a) Die Pieta am „Staach-Wäldchen“, früher direkt an der alten „Staach“ im Wäldchen wurde 1732 von Hans Martin Both gestiftet. ( Kleindenkmal Nr. 11 (Dittwar):  https://goo.gl/maps/LJZCyaqnWDY8UGQA7 )

b) Das „Steigweg-Bild“ ( Kleindenkmal Nr. 10 (Dittwar):  https://goo.gl/maps/LX836FL7pVpECTCVA ), ursprünglich ebenfalls an der Steige (Einmündung in die Straße) stehend, wurde laut Inschrift 1731 von einem Martin Both gestiftet.

c) Der Kreuzigungsbildstock an den „Steinigen Äckern“ Bildstockrest (Kleindenkmal Nr. 14 (Dittwar): https://goo.gl/maps/z7CjXAzyff4xsmGLA ) wurde 1767 (oder 1757) von „H.M.B.“ gestiftet. Hans Martin Both?

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  • Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort nicht gelistet

  • Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort nicht gelistet

 

TBB-DITTW32

Kleindenkmale Nr. 32.01 – 32.14 (Dittwar):
Die 14 Stationen des Dittwarer Kreuzwegs (1747/1872) ins Kreuzhölzle

Standorte: 49°35’13.4″N 9°38’18.0″E (Station 1) – 49°34’52.1″N 9°38’06.8″E (Station 14)

(oben: Die 5. Station des Dittwarer Kreuzwegs (1747/1872) ins Kreuzhölzle)

Dittwarer Kreuzweg am Kreuzhölzle:

Der Kreuzweg mit seinen 14 Stationen soll mit seiner Länge von 1361 Schritten angeblich exakt die Länge des echten Kreuzwegs in Jerusalem haben.

Der erste Kreuzweg wurde hier im Jahre 1747 eingerichtet, nachdem das Kreuzhölzle bereits seit mehr als 50 Jahren ein immer populärerer Wallfahrtsort zu der Eiche mit den beiden Figuren (s.u.) war. Die heutigen Kreuzwegstationen wurden von 1867 bis 1872 geschaffen. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller.


Die Wallfahrt zum Dittwarer Kreuzhölzle:

Die Wallfahrt nahm ihren Ursprung in einem Winter in der harten Notzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48):

Anfang der Jahres 1669 findet das taubstumme, 14jährige Dittwarer Mädchen Anna Maria Krank beim Brennholz-Sammeln zusammen mit ihrem Bruder 2 kleine Heiligenfiguren (Maria und Hl. Johannes) in der Höhlung eines alten Eichbaumes. Die beiden Kinder nehmen die Figuren mit nach Hause. Kurz darauf wird das jüngste Kind der Familie schwer krank, worauf der Vater Johann Krank das Gelübde ablegt, die beiden Figuren renovieren zu lassen, sofern sein Kind wieder gesundet. Als dies tatsächlich geschieht, erfüllt Johann Krank sein Gelübde. Am Lichtmesstag 1670 glaubt Johann Krank beim Beten am Altar die göttliche Aufforderung zu erhalten, die beiden Figuren wieder an ihren Fundort (also in die Höhlung der alten Eiche) zu bringen, was er dann auch macht. Der Dittwarer Hans Weberverehrt die beiden Statuen besonders eifrig und beginnt, die Dittwarer zum Besuch der Eiche mit den beiden Figuren zu animieren.

In den Aufzeichnungen des Marbacher Bürgermeisters und des Notgars Faulhaber aus Tauberbischofsheim sind bereits aus dem Jahre 1670 die ersten Berichte vonWunderheilungen beim Eichbaum im Kreuzhölzle zu finden. Die Kirche tut dies zunächst als Aberglaube ab und möchte die Eiche fällen lassen. Angeblich zerbrachen beim Versuch aber alle Äxte am Eichbaum, was die Dittwarer noch zahlreicher zum Wunderort pilgern ließ, woraufhin auch die Kirche den Ort als Wallfahrtsort anerkannte. Daraufhin wird der Wallfahrtsort schnell immer populärer und es hängen alsbald die ersten Zeugnisse von Wunderheilungen (Krücken, Wachsbilder, Dankschriften) an den Ästen des Baumes.

Im Jahre 1683 wird dann die erste Wallfahrtskapelle als Stiftung des aus Dittwar gebürtigen Probstes von Niederzell bei Würzburg erbaut. Der Altar der Kapelle wurde dabei angeblich an der Stelle errichtet, an welcher sich ursprünglich die Eiche befand, die beiden Figuren werden auf dem Altar platziert. [Die Kapelle wurde also nur 14 Jahre nach dem Auffinden der beiden Figuren im Loch des Eichbaums erbaut. Warum zu diesem Zeitpunkt die Eiche dann also offenbar schon nicht mehr existierte, ist nicht überliefert. Wollte jeder Pilger ein Stück Holz der Wundereiche mit nach Hause nehmen, bis keine Eiche mehr vorhanden war?]

1713 vergrößert Christoph Neubert, der erste Einsiedlermönch, der sich am Wallfahrtsort niedergelassen hatte, die Kapelle und erbaut eine Behausung für sich und die künftigenWaldbrüder1718 erbittet Christoph Neubert vom Kloster in Fulda Reliquien, incl. einer Kreuzreliquie. Es werden verschiedene Ablässe gewährt. 1730 zieht mit Sebastian Zahner ein weiterer Eremit ein.

Nun wird der Wallfahrtsort auch überregional immer populärer. Vermutlich mit Spenden der Pilger wird die Kapelle mit einer Orgel ausgestattet und um eine Sakristei erweitert.

Im 18. Jahrhundert erlebt die Wallfahrt ihre Hochblüte, so dass im Jahr 1747 der Wallfahrtsort auch noch um einen Kreuzweg vom Ort zur Kapelle erweitert wird. Die 12. Kreuzwegstation ist eine Kalvarienkapelle mit Altar, die ca. 50m links neben der Hauptkapelle liegt. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller.

Bereits im Jahre 1728 hatte der Verwalter des Tauberbischofsheimer Hospitals, Johannes Carolus Sauer, eine mächtige und sehr gut gearbeitete Figur des ruhenden Jesus gestiftet und am Weg zur Kapelle errichten lassen. Diese Figur wurde dann in den Kreuzweg integriert und findet sich noch heute ziemlich am Anfang des Kreuzweges (bei der 4. Kreuzwegstation).

Als 1796 eine Viehseuche in der Gegend schlimm wütet, soll sogar nahezu die gesamte Bischofsheimer Bevölkerung zur Kapelle gepilgert sein, viele den gesamten Kreuzweg auf den Knien hochrutschend.

Zur Zeit der Aufklärung zu Beginn des 19. Jahrhunderts fordert der badische Großherzog ein Ende der Wallfahrt, was aber von der Dittwarer Bevölkerung verhement verweigert wird, so dass er schlussendlich beschließt, die Kapellen als Baumaterial versteigern und abbrechen zu lassen. Da die badische Regierung mittlerweile mit dem massiven Widerstand der Dittwarer gegen dieses Vorhaben rechnet, werden alle Dittwarer Männer unter einem Vorwand aufs Bezirksamt nach Tauberbischofsheim einberufen und dort festgehalten. Die Dittwarer Frauen jedoch ziehen geschlossen zum Wallfahrtsort und beschützen diesen handgreiflich: Die Ersteigerer der Kapellen, die anwesenden Beamten und sogar der Pfarrer werden in die Flucht geschlagen. Daraufhin wird am 24.12.1822 der Abbruchbefehl per ministeriellem Erlass endlich zurückgenommen. Die letzten Eremiten wurden jedoch bereits im Jahre 1817 umgesiedelt.

Erst im Jahre 1845 wird allerdings dann auch wieder die dortige Feier der Heiligen Messe und die Wallfahrt ins Kreuzhölzle offizielle erlaubt. Mit zahlreichen Spenden finden in den Folgejahren umfangreiche Renovierungen statt und von 1867 bis 1872 werden dann auch die Kreuzwegstationen erneuert.

Noch heute ziehen viele Dittwarer jedes Jahr zu den Festen der Kreuzauffindung (3. Mai) und Kreuzerhöhung (14.September) in einer Prozession mit Musikkapelle und Kirchenchor ins Kreuzhölzle.

Die beiden Kapellen sind geöffnet. Auf dem Altar der größeren Hauptkapelle befinden sich heute zwei Wachskopien der beiden Figuren (Maria und Johannes), welche die taubstumme Anna Maria Krank 1669 in dem Loch der Eiche fand und womit die Geschichte der Wallfahrt ins Kreuzhölzle ihren Anfang nahm.

Hinter der Hauptkapelle befindet sich zudem noch eine Lourdesgrotte, die 1891/92 aus Travertinbrocken vom Heidenkessel errichtet wurde.


Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  • Flyer Wallfahrt zum Kreuzhölzle Dittwar, Rudi Walz (Dittwar, ca. 1985)
  • Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017)

 
TBB-DITTW33

Kleindenkmal Nr. 33 (Dittwar):
Die Lourdes-Grotte (1892) hinter der Wallfahrtskapelle im Kreuzhölzle

Standort: 49°34’51.0″N 9°38’04.7″E

Die Lourdes-Grotte hinter der Wallfahrtskapelle im Kreuzhölzle wurde 1891/92 aus Travertinbrocken vom Heidenkessel (vgl. http://www.hkvdittwar.de/steinbruch-heidenkessel.html und http://www.hkvdittwar.de/ortschronik.html) erbaut. An der Grotte läßt sich sehr gut die besondere Eigenschaft der Travertinsteine beobachten, im Laufe der Zeit zu einer festen Einheit „zusammenzuwachsen“.


Ursprünglich war die Lourdes-Grotte nicht so breit, auf den Fotos gut zu erkennen. In den späten 1930er-Jahren wurden dann weitere Travertinbrocken aus dem Heidenkessel beigeholt. Mit ihnen wurde vom jungen Dittwarer Edwin Hammerich (*16.11.1921, siehe: https://photos.app.goo.gl/DuWdCWbyEtcIYzEQ2) die Erweiterung der Lourdesgrotte auf ihren noch heutigen Zustand vorgenommen. Edwin Hammerich fiel am 15.3.1945 in Pommern, seine Name findet sich somit auf dem Dittwarer Kriegerdenkmal (2. Zeile: https://photos.app.goo.gl/3bu3gBLfwYZyYw873).

Literaturangabe zum Kleindenkmal:

Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017)

TBB-DITTW34

Kleindenkmal Nr. 34 (Dittwar):
Nepomuk auf der Süßbrücke

Standort: 49°35’23.9″N 9°38’16.2″E

Die Nepomukstatue steht im Ort auf der kleinen Süßbrücke, dem Ölbachbrücklein der Talstraße. Die Buntstandsteinfigur orientiert sich an den klassischen Statuen des Brückenheiligen, die v.a. um die Mitte des 18. Jahrhunderts in der gesamten Region sehr populär wurden. In Dittwar stand früher jedoch laut Auskunft eines alten Einwohners kein Nepomuk. Auch in der Ortschronik (s.u.) wird keine solche Figur erwähnt.

Der Nepomuk dürfte seinen Platz auf dem Ölbachbrücklein im Zuge der grundlegenden Ortskernsanierung gefunden haben, die aufgrund der verheerenden Hochwasserkatastrophe am 21.6.1984 (Fronleichnam) erforderlich war: Nach einem Wolkenbruch, der besonders viel Niederschlag südwestlich von Dittwar im Bereich Esselbrunn-Reißberg brachte (bis zu 150mm), sammelten sich große Wassermassen im Reißberggraben und ließen den sonst nur sehr wenig Wasser führenden Ölbach in kürzester Zeit bedenklich anschwellen. Mit 13,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bahnte sich die Flut ihren Weg durch Dittwar und hinterließ ein Bild der Zerstörung. Fotos von der Fronleichnamsflut in Dittwar gibt es auf der Homepage des Dittwarer Heimat- und Kulturvereins: http://www.hkvdittwar.de/hochwasser-vom-21061984.html

Die Nepomukstatue wurde von der Stadt Tauberbischofsheim gestiftet.
Davor stand dieser Nepomuk auf der alten Tauberbrücke in Tauberbischofsheim, bis diese 1840 einem Neubau weichen musste. Auf dem Neubau mochte man ihn dann aber nicht mehr haben und so landete der Nepomuk zunächst im Pfarrgarten. Nach dem Wunsch des Dekan Mönch sollte die Figur wieder im Bereich der Tauberbrücke aufgestellt werden. Aber erst nach über 145 Jahren fand Nepomuk endlich wieder Platz auf einer Brücke – die führt aber nicht über die Tauber, sondern über den kleinen Ölbach. Bis heute hat die Nepomuk-Statue ihre Schutzfunktion am neuen Standort mit Bravour erfüllt und weitere Hochwasserkatastrophen von Dittwar abgehalten. Tauberbischofsheim hat in der Zwischenzeit freilich einige Hochwasser erlebt.
Denn dort gibt es zwar einen zweiten Nepomuk, aber auch der steht nicht auf der Brücke: Er stand ursprünglich am Stadtgraben vor der Stadtmauer, irgendwo in der Nähe der Peterskapelle. Beim Ausbau der Schmiederstraße war er dort im Weg. Heute steht er hoch oben überm Hauptportal der Stadtkirche: https://photos.app.goo.gl/fE40zk0xizbvrQn33
(Größere Ansicht: https://photos.app.goo.gl/6x0Q61XQmxbolYVh1 )

Literaturangaben zum Kleindenkmal:
1. Rainer Kramer & Konrad Gajewski (HKV Dittwar e.V.), „Kleindenkmäler in Dittwar“, FotoFabrik:de 2017
2. Hans Werner Siegel, „Tauberbischofsheim in alten Ansichten“, Zaltbommel (NL): Europäische Bibliothek 1988

TBB-DITTW35

Kleindenkmal Nr. 35 (Dittwar):
Marienstatue in der Talstraße

Standort: 49°35’25.2″N 9°38’19.8″E

Die ca. 1m hohe Marienfigur (Maria Immaculata) aus gelbem Sandstein steht auf einem ca 1,30m hohen Sockel links neben dem Eingang zu einem ehem. Dorfladen am Gebäude Talstr. 20. Marias Kopf umgibt ein goldener Sternenkranz (12 Sterne), eines ihrer klassischen Attribute. In der linken Hand hält sie eine große goldene Lilie, ein Symbol für ihre Jungfräulichkeit.
Maria Immaculata steht auf der Weltkugel, die von der Schlange (Sünde) umschlungen wird. Mit dem rechten Fuß steht Maria auf dem Schlangenkopf, mit dem linken auf einer Mondsichel (als Hinweis auf die Apokalypse)

An der Marienfigur findet sich keine Inschrift. Kramer & Gajewski datieren sie aufs frühe 18. Jahrhundert. Sie soll ursprünglich etwas weiter die Straße runter bei der Wirtschaft „Zum Straußen“,  mit einem Dach geschützt, gestanden haben und nach einem Brand 1888 an den heutigen Standort versetzt worden sein. Die Figur war früher farbig gefasst.



Literaturangabe zum Kleindenkmal:

Rainer Kramer & Konrad Gajewski (HKV Dittwar e.V.), „Kleindenkmäler in Dittwar“, FotoFabrik:de 2017

TBB-DITTW36

Kleindenkmal Nr. 36 (Dittwar):
Laurentiusstatue an der Kirche

Standort: 49°35’26.1″N 9°38’11.0″E

 Schon spätestens die Vorgängerkirche der heutigen Dittwarer Ortskirche war dem Heiligen Laurentius geweiht, worauf Aufzeichnungen von der Kirchenvisitation aus dem Jahre 1549 hinweisen.

Die heutige Ortskirche wurde im Jahre 1754 erbaut und wieder dem Heiligen Laurentius geweiht. Oberhalb des Haupteingangs steht in einer Nische der Außenwand folglich eine Laurentiusstatue. Es handelt sich um eine ca 100cm hohe Sandsteinfigur auf einem Sockel, der zwar ein Inschriftenfeld, aber keine Inschrift (mehr) enthält. Die Statue dürfte mit dem Kirchenneubau 1754 entstanden sein und seit Fertigstellung der Kirche dort stehen.

In der linken Hand hält Laurentius ein dickes Buch, vermutlich die Bibel. Mit der rechten stützt er sich auf sein charakteristisches Attribut, den Rost, auf welchem er der Legende nach über stetig unterhaltenem Feuer langsam zu Tode gemartert wurde. Tatsächlich wurde er aber vermutlich enthauptet.

Laurentius ist als einer der meistverehrten Heiligen der katholischen Kirche für die Bauern der erste Herbstbruder und sein Gedenktag, der 10. August, der Beginn des Anbaus der Feldfrüchte des Herbstes. Er ist u.a. der Patron der Armen, Bibliothekare, Archivare, Schüler, Studenten, Köche, Bäcker, Bierbrauer, Wirte, Wäscherinnen, Büglerinnen, Köhler, Glasbläser; der Feuerwehr, der Weinberge, für das Gedeihen der Weintrauben, für die armen Seelen, gegen Feuersbrunst, Brandwunden, Augenleiden, Hexenschuss, Ischias, Hauterkrankungen, Pest, Fieber und die Qualen des Fegefeuers.

Zwischen der Laurentiusstatue und dem Kirchenportal befindet sich ein großes ovales und außen reichlich verziertes Inschriftenfeld aus Buntsandstein. Oben schließt es mit einer Krone, unten mit einer diabolisch wirkenden Fratze ab. Die lateinische Inschrift erklärt u.a., dass die Kirche dem Heiligen Laurentius geweiht ist, stellt aber gleichzeitig auch ein Chronogramm dar, welches das Baujahr der Kirche preisgibt, wenn man die auffällig größer geschriebenen Buchstaben (nachfolgend fett gedruckt) als römische Zahlen deutet und addiert: 1754

HAEC
NOVA PORTA
DEO, PATRONOQVE
ECCLESIAE
DIVO LAVRENTIO
SACRA
OPE PAROCHIANA
EXSTRVCTA
EXVRGEBAT


Also:

  • “Dieses neue Portal ist errichtet worden und erstand Gott und dem heiligen Kirchenpatron Laurentius geweiht durch die Hilfe der Pfarrgemeinde.”
  • C+V+D+V+C+C+L+I+D+I+V+L+V+I+C+C+I+X+V+C+X+V = 1754

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 87
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017)
  3. Seite „Laurentius von Rom“ auf heiligenlexikon.de (abgerufen 10/2017): https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Laurentius.htm


TBB-DITTW37

Kleindenkmal Nr. 37 (Dittwar):
Bildstock „Heilige Familie“ (1702), Nahe Dittwarer Bahnhof

Standort: 49°36’18.4″N 9°38’42.6″E

Der Bildstock steht in der Nähe der Mündung des Muckbachs in den Brehmbach, direkt am Fahrradweg nach Dittwar. Ca. 500m entfernt, auf der anderen Seite des Muckbachs und der Landstraße nach Dittwar befindet sich der still gelegte Dittwarer Bahnhof. Dort beim Bahnhofsgebäude muss der Bildstock ursprünglich gestanden haben: Kolb (s.u.) beschreibt seinen (Original-)Standort so: „(…) neben dem Bahnhof (im Brehmbachtal) (…)“. Der Bildstock steht und stand zwar schon auf Tauberbischofsheimer Gemarkung, verdient es jedoch, wegen seiner Darstellung des Dittwarer Kirchenpatrons Laurentius und seiner Nähe zur Dittwarer Gemarkungsgrenze (ca. 500m), auch bei den Dittwarer Kleindenkmalen gelistet zu werden. Auch Kolb und ebenso Maninger (s.u.) listen ihn jeweils als Dittwarer Bildstock auf.

Auf einem weißen, bauchigen Sockel, der auf seiner Vorderseite mit dem Relief einer großen Blüte verziert ist, jedoch keinerlei Inschriftenfeld aufweist, steht eine Buntsandsteinrundsäule. Bei der Säule könnte es sich nicht mehr um den Originalstamm handeln, ein flaches, schlichtes, symbolisch weinrankenartiges Relief auf dem heutigen Stamm deutet darauf hin, dass es sich beim vermeintlichen Originalstamm um einen Träubelesstamm gehandelt haben könnte, wie z.B. bei einem nicht weit entfernten Bildstock in den Dittigheimer Fromberg-Weinbergen.


Eine Reminiszenz an den Beruf des Stifters oder bloß an seinen Namen? (s.u.)

Auf dem Stamm sitzt ein Kalksteinkapitell, auf welchem schließlich das ebenfalls aus Kalkstein gefertigte Oberteil ruht. Das zentrale Hauptmotiv ist die Heilige Familie in klassischer Darstellung: Maria links, Josef rechts, in der Mitte, von bilden an der Hand geführt, Jesus als Knabe. Über ihnen schaut Gott zwischen Wolken hindurch, eine Taube unter ihm komplettiert als Symbol für den Heiligen Geist die Dreifaltigkeit. Oben schließt der Bildstock mit einem runden Dach ab, auf dem noch ein kleines Buntsandsteinkreuz sitzt.

Auf beiden Seitenflächen des Oberteils findet sich jeweils ein Heiligenrelief: Links der Heilige Laurentius mit seinen Attributen Rost und Palme, rechts der Heilige Sebastian in üblicher Darstellung, nackt am Stamm angebunden.

Unter dem Hauptmotiv auf der Oberteilvorderseite verjüngt sich das Oberteil geschwungen zum Kapitell hin und bietet reichlich Platz für die Inschrift (im Gegensatz zum verzierten Sockel). Die ist heute aber nicht mehr zu entziffern. Kolb konnte sie jedoch noch großteils lesen (ohne Angabe von Zeilenumbrüchen):

ANNO 1702 HAT CHRISTOF
WEINBERGER UND SEINE FRAU
FRAU ANNA WEINBERGERIN
DIS BILDNIS MACHE UND
AUFRICHTEN (…)

Hinweis auf einer Metallplatte an der Seite des Sockels:
Restauriert im Jahre 2001. Tauberfränkische Heimatfreunde Tauberbischofsheim.

Vermutlich seit der Renovierung wird das Oberteil durch ein Metalldach vor weiterer Verwitterung geschützt.

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  • Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 9
  • Karl Kolb, „Bildstöcke im Taubertal“, Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952; dort: S. 40 (Nr. 195 )

TBB-DITTW38

Kleindenkmal Nr. 38 (Dittwar):
Kreuz beim Pfarrer-Heinrich-Weber-Haus (1997) auf dem Osterberg

Standort: 49°35’24.4″N 9°38’58.9″E

Das Holzkreuz steht seitlich hinter dem Pfarrer-Heinrich-Weber-Haus auf dem Osterberg, rechts ab vom Verbindungsweg von Dittwar hoch nach Hof Steinbach. Das Haus wird v.a. für Jugendfreizeiten genutzt und laujt Inschrift 1997 erbaut. Das Kreuz dürfte mit dem Haus errichtet worden sein.

TBB-DITTW39

Kleindenkmal Nr. 39 (Dittwar):
Gedenktafel für die im 1. & 2. Weltkrieg gefallenen Dittwarer (vor dem Friedhof)

Standort: 49°35’13.3″N 9°38’18.4″E

Das Kriegerdenkmal steht rechts vor dem Friedhofseingang. Es besteht aus drei nebeneinander platzierten Gedenksteinen, von denen der mittlere ungefähr doppelt so hoch wie die beiden anderen ist. Auf diesem Stein ist unter einigen inneinander verschlungenen Kreuzreliefs eine große Inschrift zu finden:

DIE
GEMEINDE
DITTWAR IHREN
GEFALLENEN

Auf dem linken Gedenkstein sind die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Dittwarer gelistet. Auf dem rechten Stein die der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen.

TBB-DITTW40

Kleindenkmal Nr. 40 (Dittwar):
Pieta (1743) über der Sakristeitür der Wallfahrtskapelle im Kreuzhölzle

Standort: 49°34’51.8″N 9°38’07.0″E

Das Steinrelief wurde 1743 von Franz Hammerich (Hamrich) als Dank für die glückliche Heimkehr aus dem Türkenkrieg gefertigt. Er kehrte allerdings verwundet aus dem Krieg zurück: Er verlor ein Bein, weshalb ein solches (in einem Reiterstiefel steckend) in der Mitte der Inschrift (Franz Hamrich 1743) abgebildet ist.

Weitere Fotos vom Wallfahrtsort im Kreuzhölzle, insb. von der Kapelle, gibt es hier:
https://photos.app.goo.gl/1ML8r10jeTkJ1z3E3


Die Wallfahrt zum Dittwarer Kreuzhölzle:

Die Wallfahrt nahm ihren Ursprung in einem Winter in der harten Notzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48):

Anfang der Jahres 1669 findet das taubstumme, 14jährige Dittwarer Mädchen Anna Maria Krank beim Brennholz-Sammeln zusammen mit ihrem Bruder 2 kleine Heiligenfiguren (Maria und Hl. Johannes) in der Höhlung eines alten Eichbaumes. Die beiden Kinder nehmen die Figuren mit nach Hause. Kurz darauf wird das jüngste Kind der Familie schwer krank, worauf der Vater Johann Krank das Gelübde ablegt, die beiden Figuren renovieren zu lassen, sofern sein Kind wieder gesundet. Als dies tatsächlich geschieht, erfüllt Johann Krank sein Gelübde. Am Lichtmesstag 1670 glaubt Johann Krank beim Beten am Altar die göttliche Aufforderung zu erhalten, die beiden Figuren wieder an ihren Fundort (also in die Höhlung der alten Eiche) zu bringen, was er dann auch macht. Der Dittwarer Hans Weberverehrt die beiden Statuen besonders eifrig und beginnt, die Dittwarer zum Besuch der Eiche mit den beiden Figuren zu animieren.

In den Aufzeichnungen des Marbacher Bürgermeisters und des Notgars Faulhaber aus Tauberbischofsheim sind bereits aus dem Jahre 1670 die ersten Berichte vonWunderheilungen beim Eichbaum im Kreuzhölzle zu finden. Die Kirche tut dies zunächst als Aberglaube ab und möchte die Eiche fällen lassen. Angeblich zerbrachen beim Versuch aber alle Äxte am Eichbaum, was die Dittwarer noch zahlreicher zum Wunderort pilgern ließ, woraufhin auch die Kirche den Ort als Wallfahrtsort anerkannte. Daraufhin wird der Wallfahrtsort schnell immer populärer und es hängen alsbald die ersten Zeugnisse von Wunderheilungen (Krücken, Wachsbilder, Dankschriften) an den Ästen des Baumes.

Im Jahre 1683 wird dann die erste Wallfahrtskapelle als Stiftung des aus Dittwar gebürtigen Probstes von Niederzell bei Würzburg erbaut. Der Altar der Kapelle wurde dabei angeblich an der Stelle errichtet, an welcher sich ursprünglich die Eiche befand, die beiden Figuren werden auf dem Altar platziert. [Die Kapelle wurde also nur 14 Jahre nach dem Auffinden der beiden Figuren im Loch des Eichbaums erbaut. Warum zu diesem Zeitpunkt die Eiche dann also offenbar schon nicht mehr existierte, ist nicht überliefert. Wollte jeder Pilger ein Stück Holz der Wundereiche mit nach Hause nehmen, bis keine Eiche mehr vorhanden war?]

1713 vergrößert Christoph Neubert, der erste Einsiedlermönch, der sich am Wallfahrtsort niedergelassen hatte, die Kapelle und erbaut eine Behausung für sich und die künftigenWaldbrüder1718 erbittet Christoph Neubert vom Kloster in Fulda Reliquien, incl. einer Kreuzreliquie. Es werden verschiedene Ablässe gewährt. 1730 zieht mit Sebastian Zahner ein weiterer Eremit ein.

Nun wird der Wallfahrtsort auch überregional immer populärer. Vermutlich mit Spenden der Pilger wird die Kapelle mit einer Orgel ausgestattet und um eine Sakristei erweitert.

Im 18. Jahrhundert erlebt die Wallfahrt ihre Hochblüte, so dass im Jahr 1747 der Wallfahrtsort auch noch um einen Kreuzweg vom Ort zur Kapelle erweitert wird. Die 12. Kreuzwegstation ist eine Kalvarienkapelle mit Altar, die ca. 50m links neben der Hauptkapelle liegt. Stifter des ersten Kreuzwegs war der damalige Spitalmeister von Bischofsheim, Christoph Bernhard Müller.

Bereits im Jahre 1728 hatte der Verwalter des Tauberbischofsheimer Hospitals, Johannes Carolus Sauer, eine mächtige und sehr gut gearbeitete Figur des ruhenden Jesus gestiftet und am Weg zur Kapelle errichten lassen. Diese Figur wurde dann in den Kreuzweg integriert und findet sich noch heute ziemlich am Anfang des Kreuzweges (bei der 4. Kreuzwegstation).

Als 1796 eine Viehseuche in der Gegend schlimm wütet, soll sogar nahezu die gesamte Bischofsheimer Bevölkerung zur Kapelle gepilgert sein, viele den gesamten Kreuzweg auf den Knien hochrutschend.

Zur Zeit der Aufklärung zu Beginn des 19. Jahrhunderts fordert der badische Großherzog ein Ende der Wallfahrt, was aber von der Dittwarer Bevölkerung verhement verweigert wird, so dass er schlussendlich beschließt, die Kapellen als Baumaterial versteigern und abbrechen zu lassen. Da die badische Regierung mittlerweile mit dem massiven Widerstand der Dittwarer gegen dieses Vorhaben rechnet, werden alle Dittwarer Männer unter einem Vorwand aufs Bezirksamt nach Tauberbischofsheim einberufen und dort festgehalten. Die Dittwarer Frauen jedoch ziehen geschlossen zum Wallfahrtsort und beschützen diesen handgreiflich: Die Ersteigerer der Kapellen, die anwesenden Beamten und sogar der Pfarrer werden in die Flucht geschlagen. Daraufhin wird am 24.12.1822 der Abbruchbefehl per ministeriellem Erlass endlich zurückgenommen. Die letzten Eremiten wurden jedoch bereits im Jahre 1817 umgesiedelt.

Erst im Jahre 1845 wird allerdings dann auch wieder die dortige Feier der Heiligen Messe und die Wallfahrt ins Kreuzhölzle offizielle erlaubt. Mit zahlreichen Spenden finden in den Folgejahren umfangreiche Renovierungen statt und von 1867 bis 1872 werden dann auch die Kreuzwegstationen erneuert.

Noch heute ziehen viele Dittwarer jedes Jahr zu den Festen der Kreuzauffindung (3. Mai) und Kreuzerhöhung (14.September) in einer Prozession mit Musikkapelle und Kirchenchor ins Kreuzhölzle.

Die beiden Kapellen sind geöffnet. Auf dem Altar der größeren Hauptkapelle befinden sich heute zwei Wachskopien der beiden Figuren (Maria und Johannes), welche die taubstumme Anna Maria Krank 1669 in dem Loch der Eiche fand und womit die Geschichte der Wallfahrt ins Kreuzhölzle ihren Anfang nahm.

Hinter der Hauptkapelle befindet sich zudem noch eine Lourdesgrotte (https://photos.app.goo.gl/3vJKVkyYmrMsdpBU9 ), die 1891/92 aus Travertinbrocken vom Heidenkessel errichtet wurde.


Literaturangaben zum Kleindenkmal:

  1. Flyer Wallfahrt zum Kreuzhölzle Dittwar, Rudi Walz (Dittwar, ca. 1985)
  2. Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017)
  3. Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983

TBB-DITTW41


Kleindenkmal Nr. 41 (Dittwar):
Steinerner Wegweiser beim „Weißen Kreuz“ an der Gissigheimer Straße

Standort: 49°35’41.7″N 9°37’04.5″E

Auf dem Wegweiser ist zu lesen:

Giessigheim
1/2 St.
<–

Dittwar
1/4 St.
–>


Bischofsheim
1 St.
–>

Brehmen
1 St.
<–

 

TBB-DITTW42

Kleindenkmal Nr. 42 (Dittwar):
Dreimärker Tithwar – Känigheim – Bischofsheim (1844)

Standort: 49°36’14.6″N 9°37’09.9″E

Der große Dreimärker steht auf der Dittwarer Höhe am Waldrand direkt neben einem alten Weg, der zwischen den bewaldeten Hängen Hussenbach und Wiesenbach ins Brehmbachtal runter zieht. Der Weg war damit eine alte Alternative zum Bodenweg, welcher ca. 500m weiter nördlich durchs Bischofsheimer Gründle runter zum Brehmbach führt.

Eine Besonderheit dieses Dreimärkers ist die ungewöhnliche Schreibweise von Dittwar (Tithwar) und Königheim (Känigheim).

Auf den drei Seitenflächen ist die jeweilige Gemarkung konkret so angegeben:

Gemarkungs
Grenze
v[o]n
Tithwar
1844

Gemarkungs
Grenze
v[o]n
Känigheim
1844

Gemarkungs
Grenze
v[o]n
Bischofsheim
1844

 

TBB-DITTW43

Kleindenkmal Nr. 43 (Dittwar):
Dreimärker  Dittwar – Gissigheim – Heckfeld (1844)

Standort: 49°34’06.5″N 9°35’56.9″E

Dieser Dreimärker nahe der K 2836 begrenzte 1844 die 3 Gemarkungen Dittwar (Privatholz), Gissigheim (Privatholz Esselbrunn), Heckfeld (Leiningen).

Es gibt 4 Dreimärker, von denen eine Gemarkungsgrenze eine Dittwarer ist, aber wenn ein Dittwarer „hinem Dreimärker“ war, dann ist damit stets dieser gemeint, an dem Dittwar, Gissigheim und Heckfeld aufeinander treffen.

Laut Heimat- & Kulturverein Dittwar (s.u.) rankt sich um das Wäldchen, in welchem der Dreimärker steht, eine Sage: „(…) [Der Dreimärker] steht im Wald. Das umliegende Waldgebiet nannte man in früheren Zeiten „Täfeleshölz“. Der Besitzer, Freiherr von Täfele, ein reicher und wehrhafter Fürst, unterstützte im Bauernkrieg die aufständischen „Ackerbürger“ und lieferte ihnen Waffen. Er wurde dann in Lauda gefangen genommen und mit seinem langen Bart am Wagen hinten angehängt und durch ganz Lauda geschleift. Ein Bürger der Stadt schnitt ihn jedoch los und begrub ihn dort in seinem  Wald. Deswegen nannte man diesen barmherzigen Mann auch den „Freischlag“; teilweise wurde die Ecke am „Täfelesholz“ auch „Freischlag“ benannt. (…)“

Die Inschriften auf den 3 Seiten lauten:

Gemarkung
heckfeld
Distrikt
Leiningen
1844

Gemarkung
Gissigheim
Distrikt
Privatholz
Esselbrunn
1844
___________________________________________

Gemarkung
Dittwar
Privatholz
1844

——————————————

Literaturangaben zum Kleindenkmal:

Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: „9. Flurnamen“, (19.)


TBB-DITTW44

Kleindenkmal Nr. 44 (Dittwar):
Dreimärker  Dittwar – Gissigheim – Königheim (1842)

Standort: 49°36’01.2″N 9°36’17.9″E

Am Westhang des Neubergs, im Bereich Kleine Datsche/ Ballerstatt, treffen die drei Gemarkungen von Dittwar, Königheim und Gissigheim aufeinander. Folglich markiert ein Dreimärker diese Stelle. Dieser stammt aus dem Jahre 1842. Allerdings lag er zum Zeitpunkt der Dokumentation im Oktober 2017 herausgezackert am Waldrand.

Die Inschrift:

Gemarkungs
Grenze
von
Dittwar
1842

——————————————–

von
Königheim


——————————————–

von
Gissigheim

TBB-DITTW45

Kleindenkmal Nr. 45 (Dittwar):
Dreimärker  Dittwar – Heckfeld – Oberlauda (1846)

Standort: 49°35’55.5″N 9°38’24.3″E

Direkt links vor der Autobahnüberführung des Weges, der von der Dittwarer Steige („Staach“) abzweigend zur L511 und weiter zum Hohenbild östlich von Heckfeld führt, steht einer von vier Dreimärkern der Dittwarer Gemarkung. Er stammt aus dem Jahr 1846. Die Inschriften auf den drei Seitenflächen lauten:

Gemarkungs
grenze
Dittwar
1846
————————————————–

Gemarkungs
grenze
Oberlauda
1846

————————————————–

Gemarkungs
grenze
Heckfeld
1846

TBB-DITTW46

Kleindenkmal Nr. 46 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Bischofsheim (1580)

1580

b b

(Wappenschild mit 8-speichigem Mainzer Rad-Relief)

b

DW

TBB-DITTW47

Kleindenkmal Nr. 47 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Bischofsheim (1568)

1568

DW

1568

(weggebrochen) 8

b    b

(Wappenschild mit 6-speichigem Mainzer Rad-Relief)

b

Die drei „b“ befinden sich auch auf dem Wappenschild.

TBB-DITTW48

Kleindenkmal Nr. 48 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Bischofsheim (1580)

1580

b b

(Wappenschild mit 6-speichigem Mainzer Rad-Relief)

b

DW

TBB-DITTW49

Kleindenkmal Nr. 49 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Bischofsheim (1580)

1580

b b

(Wappenschild mit 8-speichigem Mainzer Rad-Relief)

b

Die beiden oberen „b“ befinden sich rechts und links vom Wappenschild, das untere „b“ unter diesem.


DW

TBB-DITTW50

Kleindenkmal Nr. 50 (Dittwar):
Grenzstein Bischofsheim – Dittwar (1886)

B

(kleines Mainzer Rad mit 6 Speichen)

B    B

1886

DW

TBB-DITTW51

Kleindenkmal Nr. 51 (Dittwar):
Grenzstein Bischofsheim – Dittwar (1706)

1706

B     B

(Wappenschild mit 8-speichigem Rad)

B

DW

TBB-DITTW52

Kleindenkmal Nr. 52 (Dittwar):
Grenzstein Bischofsheim – Dittwar

B

(6-speichiges Rad)

B     B

Die beiden unteren „B“ befinden sich rechts und links vom Rad)

DW

TBB-DITTW53

Kleindenkmal Nr. 53 (Dittwar):
Grenzstein Bischofsheim – Dittwar

B

(6-speichiges Rad)

(Rest unter der Erdoberfläche)

DW

TBB-DITTW54

Kleindenkmal Nr. 54 (Dittwar):
Grenzstein Bischofsheim – Dittwar

b

(Rest ist abgesplittert)

18ZK

Diese Inschrift gibt Rätsel auf. Die letzte Ziffer („K“) ist augenscheinlich später eingehauen worden, evtl. auch die vorletzte, die ein „Z“ oder eine „7“ (bzw. „2“) sein könnte. Die beiden ersten Ziffern („18“) könnten der Rest einer Jahreszahl sein, allerdings wirkt der Grenzstein erheblich älter und würde sich auch hinsichtlich seines Materials (Buntsandstein) auf der Gemarkungsgrenze Bischofsheim-Dittwar eher in die älteren Grenzsteine (Mitte 16. – Anfang 18. Jhd.) als in die neueren (19. Jhd.; überwiegend Kalkstein) einreihen.

TBB-DITTW55

Kleindenkmal Nr. 55 (Dittwar):
Grenzstein Bischofsheim – Dittwar (19. Jhd.)

B

(Wappenschild mit 8-speichigem Rad)

B     B

1886

Die beiden unteren „B“ befinden sich rechts und links vom Rad)

DW

TBB-DITTW56

Kleindenkmal Nr. 56 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Königheim

Keine Inschrift (mehr) zu erkennen.

TBB-DITTW57

Kleindenkmal Nr. 57 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Königheim (1882)

Gem.

Dittwar

1882

31  ½

Gemarkung

Königheim

1882

TBB-DITTW58

Kleindenkmal Nr. 58 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Königheim

DW

(?)

TBB-DITTW59

Kleindenkmal Nr. 59 (Dittwar):
Grenzstein Königheim – Dittwar

Keine Inschrift zu erkennen.

TBB-DITTW60

Kleindenkmal Nr. 60 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Königheim

DW

(?)

TBB-DITTW61

Kleindenkmal Nr. 61 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Königheim (1846)

D

1846

K

1846

TBB-DITTW62

Kleindenkmal Nr. 62 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Gissigheim (1860)

D

(? – Rest weggebrochen)

G      H

1860

TBB-DITTW63

Kleindenkmal Nr. 63 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Gissigheim (1860)

Der Grenzstein steht nicht mehr an seinem eigentlichen Standort, weit ab von der Gemarkungsggrenze.

G

D     W

1860

G

G      H

1860

TBB-DITTW64

Kleindenkmal Nr. 64 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Gissigheim (1880)

Der Grenzstein steht nicht mehr an seinem eigentlichen Standort, weit ab von der Gemarkungsggrenze.

G

D     W

1880

G

G      H

1880

TBB-DITTW65

Kleindenkmal Nr. 65 (Dittwar):
Grenzstein mit Bettendorff (?)- Ring


TBB-DITTW66

Kleindenkmal Nr. 66 (Dittwar):
Grenzstein Fürstentum Leiningen – Dittwar

FL

VB [Vormals Bischofsheim?]

Seitlich: 

198

TBB-DITTW67

Kleindenkmal Nr. 67 (Dittwar):
Grenzstein Fürstentum Leiningen – Dittwar

FL

VB

Seitlich: 

198

TBB-DITTW68

Kleindenkmal Nr. 68 (Dittwar):
Grenzstein Fürstentum Leiningen – Dittwar

FL

VB

Seitlich: 

195

TBB-DITTW69

Kleindenkmal Nr. 69 (Dittwar):
Bischofsheimer Geleitstein

BD

FL

Das Fürstentum Leiningen hat sich bei diesem Stein -wie bei allen anderen auch- erst nachträglich (1803) mit FL auf dem Stein verewigt. Die Originalinschrift ist also bloß das B.D. Da der Stein -und die anderen BD-Steine- an der ehemaligen Geleitstraße Lauda-Buchen stehen, die hier im Eisgrund kurmainzisches Gebiet durchkreuzte, könnte es sein, dass es sich hier um keinen Gemarkungsgrenzstein, sondern vielmehr um einen Geleitstein handelt, der an der Geleitstraße stehend die Geleitshoheit markierte: BD – Biscofsheimensis Ductus. Solche BD-Steine sollen auch an der Geleitstraße Nürnberg-Frankfurt „bei Großrinderfeld“ (Müller/Gehrig, „Tauberbischofsheim“) gestanden haben.

TBB-DITTW70

Kleindenkmal Nr. 70 (Dittwar):
Grenzstein Fürstentum Leiningen – Dittwar

Seitlich: 

192

TBB-DITTW71

Kleindenkmal Nr. 71 (Dittwar):
Bischofsheimer Geleitstein

BD

FL

Das Fürstentum Leiningen hat sich bei diesem Stein -wie bei allen anderen auch- erst nachträglich (1803) mit FL auf dem Stein verewigt. Die Originalinschrift ist also bloß das B.D. Da der Stein -und die anderen BD-Steine- an der ehemaligen Geleitstraße Lauda-Buchen stehen, die hier im Eisgrund kurmainzisches Gebiet durchkreuzte, könnte es sein, dass es sich hier um keinen Gemarkungsgrenzstein, sondern vielmehr um einen Geleitstein handelt, der an der Geleitstraße stehend die Geleitshoheit markierte: BD – Biscofsheimensis Ductus. Solche BD-Steine sollen auch an der Geleitstraße Nürnberg-Frankfurt „bei Großrinderfeld“ (Müller/Gehrig, „Tauberbischofsheim“) gestanden haben.

TBB-DITTW72

Kleindenkmal Nr. 72 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1602)

Ursprüngliche Inschrift
D W
wurde überschrieben mit:

FL

Darunter:

1602

Seitlich:
188 (189?)
190

TBB-DITTW73

Kleindenkmal Nr. 73 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1602)

Ursprüngliche Inschrift
D E V M
(???) wurde überschrieben mit:

FL

Darunter:

1602

Seitlich:

188

TBB-DITTW74

Kleindenkmal Nr. 74 (Dittwar):
Grenzstein Fürstentum Leiningen – Dittwar

Ursprüngliches Ring-Relief (Bettendorff?)wurde „überschrieben“ mit:

FL

VD

Andere Seite weist auch eine –kaum mehr erkennbare-Inschrift auf, womöglich:

H V

Seitlich:

187

TBB-DITTW75

Kleindenkmal Nr. 75 (Dittwar):
Bischofsheimer Geleitstein

B . D

FL

Seitlich teilw. weggebrochen, nur noch zu erkennen:

8

Das Fürstentum Leiningen hat sich bei diesem Stein -wie bei allen anderen auch- erst nachträglich (1803) mit FL auf dem Stein verewigt. Die Originalinschrift ist also bloß das B.D. Da der Stein -und die anderen BD-Steine- an der ehemaligen Geleitstraße Lauda-Buchen stehen, die hier im Eisgrund kurmainzisches Gebiet durchkreuzte, könnte es sein, dass es sich hier um keinen Gemarkungsgrenzstein, sondern vielmehr um einen Geleitstein handelt, der an der Geleitstraße stehend die Geleitshoheit markierte: BD – Biscofsheimensis Ductus. Solche BD-Steine sollen auch an der Geleitstraße Nürnberg-Frankfurt „bei Großrinderfeld“ (Müller/Gehrig, „Tauberbischofsheim“) gestanden haben.

TBB-DITTW76

Kleindenkmal Nr. 76 (Dittwar):
Bischofsheimer Geleitstein

B . D

FL

Seitlich:

183

Das Fürstentum Leiningen hat sich bei diesem Stein -wie bei allen anderen auch- erst nachträglich (1803) mit FL auf dem Stein verewigt. Die Originalinschrift ist also bloß das B.D. Da der Stein -und die anderen BD-Steine- an der ehemaligen Geleitstraße Lauda-Buchen stehen, die hier im Eisgrund kurmainzisches Gebiet durchkreuzte, könnte es sein, dass es sich hier um keinen Gemarkungsgrenzstein, sondern vielmehr um einen Geleitstein handelt, der an der Geleitstraße stehend die Geleitshoheit markierte: BD – Biscofsheimensis Ductus. Solche BD-Steine sollen auch an der Geleitstraße Nürnberg-Frankfurt „bei Großrinderfeld“ (Müller/Gehrig, „Tauberbischofsheim“) gestanden haben.

TBB-DITTW77

Kleindenkmal Nr. 77 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1602)

FL

DEVM

1602

Seitlich:

184

TBB-DITTW78

Kleindenkmal Nr. 78 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1595) bzw. Würzburger Geleitstein

FL

Wappenschild mit Echter-Wappen
(Schrägrechtsbalken, belegt mit drei Ringen)

—————————————————–

1595
SW

Seitlich:
182

Dieser Stein hatte vermutlich -wie die BD-Steine in dieser Reihe auch- eine Doppelfunktion: Einerseits war er Gemarkungsgrenzstein, andererseits aber auch Geleitstein, der an der hier ehem. verlaufenden Geleitstraße Lauda-Buchen stand. Lauda (mit Heckfeld) gehörte damals zum Hochstift Würzburg, daher das Julius-Echter-Wappen. Hier geleitete also Würzburg mit seinem Amt Lauda.

TBB-DITTW79

Kleindenkmal Nr. 79 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1847)

DW

————————————-

SW
(Badisches Wappen)
1847

—————————————

Seitlich:

177

TBB-DITTW80

Kleindenkmal Nr. 80 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

S W
(zwischen beiden Buchstaben: Badisches Wappen)

DW

Seitlich:
66

TBB-DITTW81

Kleindenkmal Nr. 81 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

DW

Inschrift auf der anderen Seite kaum mehr zu erkennen, evtl. :

S W

TBB-DITTW82

Kleindenkmal Nr. 82 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

TBB-DITTW83

Kleindenkmal Nr. 83 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1553)


(Wappenschild, Badisches Wappen, offenbar nachträglich eingehauen)

1553

Eine Besonderheit dieses Grenzsteins ist neben seinem hohen Alter das auf seiner Oberseite tief eingehauene, runde Loch. Da der Grenzstein eine stark abgewinkelte Ecke des Grenzverlaufs markiert, hatte das Loch vermutlich die Funktion, als Halterung für einen (evtl. gar angemalten) Stock zu dienen, um diese ausfranzende Stelle des Grenzverlaufs besonders ersichtlich zu machen. Evtl. markierte der außergewöhnliche Stein aber auch den Ort des Geleitwechsels zwischen Würzburg (mit Amt Lauda) und Kurmainz (mit Amt Bischofsheim).

TBB-DITTW84

Kleindenkmal Nr. 84 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

(Badisches Wappen)

D (?)

TBB-DITTW85

Kleindenkmal Nr. 85 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

H F

D W

TBB-DITTW86

Kleindenkmal Nr. 86 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

G H

Das „G“ wurde mit einem „D“ bzw. „P“ überschrieben (eingehauen).

G D

TBB-DITTW87

Kleindenkmal Nr. 87 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

(8)8

(Badisches Wappen)

(Rückseite nicht mehr zu entziffern)

TBB-DITTW88

Kleindenkmal Nr. 88 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

8

(Badisches Wappen)

(Rückseite nicht mehr zu entziffern)

TBB-DITTW89

Kleindenkmal Nr. 89 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1847)

H F

(„HF“ wurde über eine frühere Inschrift gehauen, die „G W“ gelautet haben könnte)

1847

D W

TBB-DITTW90

Kleindenkmal Nr. 90 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

D W

TBB-DITTW91

Kleindenkmal Nr. 91 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1847)

H

1847

D

1847

TBB-DITTW92

Kleindenkmal Nr. 92 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld

D

1847

H

1847

seitlich:

46

TBB-DITTW93

Kleindenkmal Nr. 93 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Heckfeld (1860)

G

G H

1860

(evtl. „1866“)

G

D W

186_

(letzte Ziffer weggebrochen)

TBB-DITTW94

Kleindenkmal Nr. 94 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Dittigheim (1850)

Gemarkung
grenze
Dittigheim
1850

Gemarkung
grenze
D W
——————————————

seitlich:
90

TBB-DITTW95

Kleindenkmal Nr. 95 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Dittigheim (1556)

D

1556

(Rückseite nicht mehr zu entziffern)

TBB-DITTW96

Kleindenkmal Nr. 96 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Dittigheim

D W

D H

TBB-DITTW97

Kleindenkmal Nr. 97 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Dittigheim

D W

D H

TBB-DITTW98

Kleindenkmal Nr. 98 (Dittwar):
Grenzstein Dittwar – Dittigheim

8 (?)

D D

TBB-DITTW99

Kleindenkmal Nr. 99 (Dittwar):
Würzburger Geleitstein (1595)

Dieser Stein steht nicht auf der Gemarkungsgrenze, er ist also vermutlich ein astreiner Geleitstein, der an der hier ehem. verlaufenden Geleitstraße Lauda-Buchen stand. Lauda (mit Heckfeld) gehörte damals zum Hochstift Würzburg, daher das Julius-Echter-Wappen. Im Wappenschild kann man außerdem noch zwei L erkennen: Lauda. Hier geleitete also Würzburg mit seinem Amt Lauda.

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